Ex-Fußballstar Antonin Panenka sieht sich als Lyoness-Opfer

20. März 2017
Panenka ist mit seinem Investment alles andere als zufrieden © APA - Austria Presse Agentur

Der bekannte Ex-Rapid-Fußballer Antonin Panenka sieht sich als Opfer der Grazer Rabattfirma Lyoness. Er habe bei Lyoness 64.000 Kronen (2.368 Euro) investiert, allerdings habe er "nur irgendwelche kleine Beträge zurückerhalten", sagte der Tscheche der tschechischen Monatszeitschrift "Reporter" (www.reportermagazin.cz).

"Viele sagen, dass es sich um eine Pyramide oder ein Flugzeug (Begriffe, die im Tschechischen für betrügerische Geschäftsmodelle verwendet werden, Anm.) handelt. Ich weiß es nicht, ich kann es nicht mit gesundem Menschenverstand beurteilen", sagte Panenka.

64.000 Kronen seien viel Geld, wenn man nur eine Pension habe. "Nur irgendwelche kleinen Beträge habe ich zurückerhalten", so der 68-Jährige.

Er habe gemeinsam mit seiner Familie bei Lyoness investiert. Auch seine Ehefrau und seine Kinder hätten Geld hineingesteckt. Seine Hoffnung, das Geld wiederzubekommen, sei nicht allzu groß - "wenn ich höre, wie viele Leute dabei sind und wie viele Kronen sie hineingesteckt haben. Es wird offenbar schwer, alle zu befriedigen", sagte Panenka weiter.

Von Lyoness hieß es auf Anfrage der APA: "Wir befinden uns mit Herrn Panenka in einem sehr guten Einvernehmen. Uns sind keinerlei Probleme oder offene Fragen von seiner Seite bekannt."

Panenka hatte vor sieben Jahren bei den Fans seines ersten Fußballklubs Bohemians Prag für Lyoness geworben, als der Klub finanzielle Probleme hatte. "Sie können sich selbst und den Bohemians Geld sparen!", lautete damals das Motto eines Werbefotos, das Panenka mit einer blauen und goldenen Einkaufskarte von Lyoness in den Händen zeigt.

Lyoness ist seit zwei Jahren Großsponsor des Wiener Fußballklubs Rapid und hat mehrere Geschäftszweige: Mit Cash-Back-Karten können Kunden Rabattpunkte sammeln, wenn sie bei bestimmten Händlern, Partnern von Lyoness, einkaufen. Daneben gibt es noch die Vertriebsschiene, wo Leute auch Geld eingezahlt haben. Wegen dieses Geschäftsteils ist Lyoness in Kritik geraten und hat auch rechtliche Probleme. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ermittelt gegen Unternehmensgründer Hubert Freidl wegen Verdachts auf Verletzung der Prospektpflicht bei mehreren Anlagen. Der umfangreiche Strafakt liegt gerade beim Grazer Straflandesgericht zur Sichtung. Lyoness hat die Vorwürfe bisher stets zurückgewiesen.