Auch in der Gastronomie wird Personal gesucht © APA - Austria Presse Agentur

Der Mangel an Arbeitskräften in der Tourismusbranche ist nicht nur ein akuter, sondern wird sich wohl auch in Zukunft spürbar fortsetzen. "Setzt sich das Wachstum in den kommenden Jahren fort wie in den vergangenen Jahren, braucht 2023 alleine die Hotellerie bis zu 8.000 Mitarbeiter mehr pro Monat," sagte Dominik Walch, Autor einer Studie des IHS im Auftrag der ÖHV am Mittwoch.

Darüber hinaus müssten noch die Mitarbeiter ersetzt werden, die die Branche in der Zwischenzeit verlassen. In Summe ergebe das einen zusätzlichen Bedarf von 40.000 bis 60.000 Mitarbeitern, so der Experte vom Institut für Höhere Studien (IHS). Dies inkludiere aber noch nicht den Bedarf in der Gastronomie, dieser müsse noch zusätzlich hinzugerechnet werden.

Dass Fachkräfte in der Hotellerie schwer zu finden sind, ist ein bekanntes, aber weiterhin großes Problem. In Zukunft werden laut Walch vor allem rückläufige Geburtenraten in den neuen EU-Mitgliedsländern sowie der zunehmende Bedarf an Arbeitskräften vor allem im mitarbeiterintensiven Qualitätssegment die Situation weiter erschweren. Hinzu komme die hohe Fluktuation in der Branche sowie das Problem, dass die Leistungen in der Branche nicht auf Vorrat produziert und immer vor Ort erbracht werden müssen, so die Präsidentin der Österreichischen Hotellerievereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer. Österreich sei mit dieser Problematik nicht alleine - auch in Deutschland, Südtirol und in der Schweiz leidet die Hotellerie unter akutem Fachkräftemangel und steht vor denselben Herausforderungen wie Österreich. "Der Blick über die Grenzen zeigt überall das gleiche Bild", sagte Reitterer.

Im Zuge der Ergebnisse der IHS-Studie hat Reitterer eine Reihe an Forderungen an die Politik vorgestellt. Unter anderem will die ÖHV eine umfassende Lehrlingsoffensive, eine "ernstzunehmende Lohnnebenkostensenkung" sowie eine "rasche Lohnsteuersenkung mit Fokus auf niedrige und mittlere Einkommen", Mobilitätsprogramme für Mitarbeiter und Arbeitszeitflexibilisierungen.