Matthä, Kapsch, Hofer, Chimani und List bei der Pressekonferenz © APA - Austria Presse Agentur

In Wien geht von Montag bis Donnerstag die Verkehrsforschungskonferenz Transport Research Aena (TRA) über die Bühne. Die Veranstaltung mit 650 wissenschaftlichen Präsentationen und Diskussionen deckt den gesamten Verkehrssektor vom Fußgänger bis zur Aeronautik ab und steht im Zeichen der Digitalisierung samt Datensicherheit. Die heimische Industrie ist bei der Großveranstaltung mit von der Partie.

AVL-Chef Helmut List, ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä, Kapsch- und IV-Chef Georg Kapsch und Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) unterstrichen im Vorfeld der Eröffnung die Bedeutung des Verkehrssektors für die österreichische Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und den Standort. Kapsch und List forderten von der Politik ein, keine technologischen Vorgaben - in diesem Fall zu Antriebssystemen - zu machen, was Hofer zusicherte.

List gab interessante Einblicke zu seinen Einschätzungen zu Antriebsformen der Zukunft. "Man muss auf alle setzen", sagte er zum Wettbewerb der Antriebstechnologien. "Es ist wichtig, den Freiheitsraum zu erhalten und nicht einzelne Technologien zu verurteilen." Derzeit befänden sich drei Technologien im Wettbewerb: Der sich immer weiterentwickelnde Verbrennungsmotor samt Hybridtechnologien, Elektroantrieb mit Batterien und die Brennstoffzelle. Jede Technik biete ihre eigenen Vor- und Nachteile. Vorteil bei der Brennstoffzelle sei die Reichweite und Schnelligkeit der Ladung, Nachteil sei der schwierige Aufbau eines Wasserstofftankstellennetzes.

Der Verbrenner werde durch die Elektrifizierung beflügelt. Immer ausgeklügeltere Hybridsysteme und die Elektrifizierung von Details wie Turboladern unterstütze die Verbrennertechnologie. Der Verbrenner könne bald insofern schadstofffrei sein, als dass er keine nachweisbaren Gesundheitsschäden mehr verursache, sagte List. Nachteil der Batterie-Elektromobilität sei das Gewicht der Batterien.

Eine große Rolle, wo sich welche Technologie anbiete, spiele jedenfalls die Frage, ob der Verkehr urban oder nicht-urban stattfindet und wie lange die gefahrenen Strecken sind, so der AVL-Chef. Bis 2030 würden 10 bis 30 Prozent der Fahrzeuge rein elektrisch unterwegs sein. Der große Rest werde Verbrennungsmotoren im Hybridverbund haben.

ÖBB-Chef Matthä ortet in der Messe am Veranstaltungsort Wien ein "starkes Zeichen für den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich". Das passe zu "Wien als Verkehrsknotenpunkt", der nunmehr auch "am Ende der Seidenstraße" liege, spielte er auf die kürzliche China-Reise einer Austro-Delegation an. Jedenfalls sei eine starke Bahn Teil von Klimaschutzlösungen und dem Ziel der Dekarbonisierung, die auch Thema der Messe ist.

Kapsch hob hervor, dass Verkehr und dessen Planung immer weniger national sei. Es gehe um die Verbindung der supranationalen Ebene mit Kommunen im Lichte der zunehmenden Urbanisierung. "Es geht um die Frage, wie optimieren wir den Verkehr auf diesen jeweiligen Levels." Alle Verkehrsträger gemeinsam benötigten eine integrierte Planung.

Hofer bot die Aussicht, dass "physische und neue digitale Elemente, die perfekt ineinandergreifen, unser Verkehrssystem besser, sicherer und zuverlässiger machen werden". Hierzu verwies er auf 5G-Dienste, die hierzulande ab 2023 entlang der Hauptverkehrsadern nutzbar sein sollen. Zeit-Ziel für die flächendeckende Verfügbarkeit von 5G ist 2025.

Die siebente TRA wird vom Verkehrsministerium mit dem Austrian Institute of Technology (AIT) und der AustriaTech, der EU-Kommission und den europäischen Technologieplattformen ausgerichtet.