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Für 2017 meldete der Kaffeeröster Gewinn- und Umsatzanstiege © APA - Austria Presse Agentur

Julius Meinl Kaffee will sich mit Kaltgetränken in der warmen Jahreszeit ein zweites Standbein schaffen. Die kürzlich eingeführte "Cold Brew"-Kaffeemischung und "Tea on the Rocks" würden von den Gastronomen immer stärker nachgefragt, sagte Meinl-Kaffee-Chef Marcel Löffler im APA-Gespräch. Für 2017 meldete der Kaffeeröster den achten Gewinn- und Umsatzanstieg in Folge.

Der Umsatz von Meinl Kaffee mit Sitz in Wien stieg 2017 im Vergleich zum Jahr davor um 7,5 Prozent auf 172 Mio. Euro, davon wurden 43,7 Mio. Euro (+7,9 Prozent) in Österreich erzielt. Neben dem Heimatmarkt lief es für Meinl umsatzmäßig besonders gut in Ost- und Südosteuropa sowie Nordamerika. Der Tee-Umsatz legte um 12 Prozent auf 6,5 Mio. Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) erhöhte sich um 8,9 Prozent auf 26,8 Mio. Euro.

In den nächsten zehn Jahren will der Traditionskaffeeröster zu einer Weltmarke in der Gastronomie und Hotellerie werden. Dies soll mit der Expansion im Mittleren Osten, in Ost- und Südostasien und den USA erreicht werden. In Europa sollen noch die "Lücken" in Skandinavien, in den Benelux-Ländern und Frankreich sowie Spanien und Portugal geschlossen werden. Ab 2025 will der Kaffeeröster auch außerhalb Österreichs im Einzelhandel expandieren, kündigte der Meinl-Kaffee-Chef an. Es gehe darum, über die Gastronomie die Marke weltweit bekannt zu machen, um dann von Lebensmittelhändlern gelistet zu werden.

Um eine breite Kundenschicht anzusprechen, setzt Meinl-Kaffee auf eine Verbindung der Wiener Kaffeehauskultur mit der "dritten Kaffeerevolution". Bei der "Third Wave" wird vor allem Wert auf die Herkunft des Kaffees, Röstung und Zubereitungsmethoden gelegt. Meinl bietet unter anderem speziellen Kaffee für Pressstempelkannen (French Press), Filterkannen und "Cold Brew" an. Auch Mikroröstungen mit genauer Herkunftskennzeichnung hat man im Sortiment. Innovation sei der Motor für das Wachstum, sagte Löffler. Bei der "Third Wave" würden die Kaffeebranche und auch die Konsumenten erst am Anfang stehen.

Für "Cold Brew", ein kalt gebrühter Kaffee, bietet der Röster eine spezielle Kaffeemischung an. Bei "Tea on the Rocks" hat Meinl verschiedene Blatt-Tees und Früchteteemischungen für Eistee im Angebot. Bei beiden Kaltgetränken stellt Meinl Kaffee den Gastronomen bei Bedarf das entsprechende Equipment zur Verfügung. Der Kaffeeröster will die Preise heuer voraussichtlich nicht erhöhen. Außer es würde etwas unvorhergesehenes passieren, relativiert Löffler.

Julius Meinl Kaffee - gegründet im Jahr 1862 - beschäftigt aktuell 750 Mitarbeiter weltweit, davon etwa ein Fünftel in Österreich. Der Kaffeeröster zählt in mehr als 40 Ländern zu den führenden Premium-Kaffeemarken und wird in mehr als 70 Ländern vermarktet. Seit vergangenem Jahr hat die Firma auch Tochtergesellschaften in Dubai, China und Bulgarien. Der Kaffee für die rund 50.000 Geschäftskunden und für den Einzelhandel wird in Wien und Vicenza (Italien) geröstet.