KTM bekennt sich weiterhin zum Motorsport und verweist auf Erfolge © APA - Austria Presse Agentur

Die Bajaj Mobility AG (ehemals Pierer Mobility AG) hat nach einem starken ersten Quartal 2026 auch im Halbjahr deutlich zugelegt. Der Konzernumsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 704,1 Mio. Euro. Das EBITDA verbesserte sich auf 37,6 Mio. Euro, nach minus 183,3 Mio. im Vorjahr. Das EBIT lag bei minus 24,8 Mio. (zuvor minus 256,3 Mio. Euro). Im zweiten Quartal drehte das EBIT erstmals seit dem Sanierungsverfahren ins Plus, so der Motorradhersteller.

Konzernchef Gottfried Neumeister zeigt sich am Donnerstag entsprechend zufrieden mit dem heurigen Geschäftsverlauf. Man habe das Vertrauen der Kunden wieder gewonnen und den Umsatz verdoppelt. "Wir verkaufen mehr Motorräder zu besseren Preisen, mit deutlich weniger Discounts und reduzierter Kostenbasis", meinte er. Man habe nun 18 Monate hart für den Turnaround gekämpft. "Wir haben im Vorjahr noch 165 Mio. Euro verloren, und das ins Positive zu drehen ist ein großer Meilenstein", erklärte er im Gespräch mit der APA.

"Wachsen über dem Markt"

"Wir wachsen über dem Markt", so Neumeister, der das Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt sieht. Im Motoren- und Komponentenwerk arbeite man bereits in einer zweiten Schicht. Bei der E-Mobilität sei man weltweiter Pionier gewesen, diese sei auch weiterhin wichtig. Zum KTM- Stammwerk im oberösterreichischen Mattighofen legte Neumeister ein klares Bekenntnis ab. Der Stellenabbau Anfang des heurigen Jahres sei "weitgehend abgeschlossen". "Alle Offroader kommen aus Österreich, auch die schweren Motorräder über 400 ccm werden hier produziert", betonte Neumeister.

Der Motorrad-Umsatz der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS stieg im ersten Halbjahr um 109,1 Prozent auf 579,6 Mio. Euro. Der Absatz erhöhte sich um 91,9 Prozent auf 89.004 Einheiten. Zusätzlich wurden 58.568 Motorräder in Indien (durch Bajaj Auto Ltd.) verkauft. In Summe wurden somit im ersten Halbjahr weltweit 147.572 Motorräder vertrieben, teilte das börsennotierte oberösterreichisch-indische Unternehmen mit.

Lagerbestände reduziert

Der Free Cashflow verbesserte sich im heurigen ersten Halbjahr auf minus 22,1 Mio. nach minus 38,5 Mio. im Vorjahreszeitraum. Das Eigenkapital beträgt 339,9 Mio. Euro mit einer Eigenkapitalquote von 21,5 Prozent. Die weltweiten Lagerbestände an Motorrädern der Gruppe und der Händler seien seit Jahresbeginn um 10.190 Stück reduziert worden und nun auf einem "stabilen Niveau", hieß es Donnerstagfrüh.

Die im ersten Quartal 2026 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen umfassten einen Abbau von rund 500 Stellen, überwiegend im Angestelltenbereich und im mittleren Management, sowie organisatorische Straffungen. In Summe konnten die Overhead-Kosten im zweiten Quartal 2026 im Vorjahresvergleich um 56,9 Mio. Euro gesenkt werden, rechnete der Konzernchef vor.

Zum Ausblick hieß es: Für die zweite Jahreshälfte 2026 liege der Schwerpunkt auf der weiteren Stabilisierung der Profitabilität. Eine Portfolio-Bereinigung, Effizienzsteigerungen und "fokussierte Steuerung des Produkt- und Projektportfolios" stünden im Mittelpunkt.

Motorsport weiter wichtige Säule

KTM agiere weiterhin autonom, das zeige sich auf im Engagement im Motorsport, dessen Bedeutung für die Marke ("Ready to Race") sei auch Bajaj bewusst. Er verweist auf die sportlichen Erfolge der Oberösterreicher. Luciano Benavides gewann für Red Bull KTM Factory Racing die Rallye Dakar - den 21. Dakar-Titel der Marke KTM. Daniel Sanders führt die Rally-Raid-WM W2RC an, die Werksmannschaft gewann drei der bisherigen fünf Läufe. Manuel Lettenbichler gewann das Erzbergrodeo zum fünften Mal in Folge und führt die Hard-Enduro-WM an. Für 2027 stehen mit Álex Márquez und Fabio Di Giannantonio zwei Zugänge für das KTM-Werksteam fest, so Neumeister.