Auf Medienberichte folgte die Bestätigung durch den Konzern (mittlerweile "RHI Magnesita") © APA - Austria Presse Agentur

Der Feuerfestkonzern RHI Magnesita ("RHIM") hat am Dienstag bestätigt, den britischen Konkurrenten Vesuvius für rund 1,6 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Einen Kernaktionär der Briten hat der in Wien und London an der Börse notierte Konzern bereits auf seiner Seite, heißt es in einem Pressestatement. Das Angebot beläuft sich auf rund 5,5 Pfund (6,4 Euro) pro Vesuvius-Aktie, so RHIM. Ein Teil davon soll in Form von RHIM-Aktien entgolten werden.

Zuvor hatten das "profil" sowie die Nachrichtenagentur Reuters über die Pläne berichtet. Am Dienstag bestätigte auch Vesuvius, seit September 2025 mehrere unaufgeforderte Angebote erhalten zu haben, die bis auf das letzte allesamt abgelehnt wurden. Am frühen Nachmittag ging dann auch RHI Magnesita aus der Deckung.

Nach britischem Übernahmerecht müsse RHIM bis zum 27. Oktober sagen, ob man ein formelles Angebot vorlegen wolle. In dem Schreiben von RHI Magnesita heißt es, dass man mit der schwedischen Cevian Capital auch bereits einen Kernaktionär auf seiner Seite hätte. Cevian halte rund 23 Prozent der Vesuvius-Aktien und habe eine verbindliche Zusage unterschrieben, für das zuletzt von RHIM vorgelegte Angebot zu stimmen.

An der Londoner Börse wurden die Vesuvius-Titel am Dienstag zuletzt für knapp 4,8 Pfund (5,60 Euro) gehandelt - ein Plus von fast 28 Prozent zum Vortagesschlusswert.

Vesuvius-Aktionäre könnten 13 Prozent an fusioniertem Konzern halten

Konkret sieht das aktuell vorliegende Angebot wie folgt aus: RHI Magnesita bietet 4,7 Pfund pro Aktie in Cash, dazu kommen rund 0.028 RHIM-Aktien pro angedientem Vesuvius-Besitztitel. Dazu kommt das Recht auf eine Zwischendividende von 7,1 Pence (rund 8 Cent) je Aktie. Werde das Angebot so angenommen, würden die jetzigen Vesuvius-Aktionäre damit rund 13 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten.

Im September 2025 hatte RHI Magnesita rund 4,5 Pfund (5,25 Euro) je Aktie geboten. Dieses sowie darauffolgende Angebote habe man bei Vesuvius abgelehnt, bestätigt RHIM am Dienstag. Der Zulieferer für die Stahl- und Gießereiindustrie Vesuvius hat laut "profil" im vergangenen Jahr 2025 rund 2,1 Mrd. Euro Umsatz gemacht. RHI Magnesita hatte 2025 rund 3,4 Mrd. Euro umgesetzt, bei einem Gewinn von 94 Mio. Euro. Der Konzern ging 2017 aus der Fusion der österreichischen RHI mit der brasilianischen Magnesita hervor.