++ ARCHIVBILD ++ 89-Jährig gestorben: Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne © APA - Austria Presse Agentur

Der deutsche Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne ist tot. Er starb in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren in der Schweiz, teilte sein Unternehmen Kühne+Nagel mit. Kühne hatte auch etwa 500 Millionen Euro mit Investments in Rene Benkos später zusammengebrochene Signa verloren und stieg nach dem Signa-Aus beim Elbtower-Projekt in der Hansestadt ein. Kühne war etwa auch Großaktionär der AUA-Mutter Lufthansa.

Seine Beteiligung an Immobiliengeschäften von Benko war ihm mit dem Kollaps der Signa auf die Füße gefallen. Er habe sich um den Finger wickeln lassen und eine halbe Milliarde Euro verloren, bekannte Kühne in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Der in Hamburg geborene Kühne leitete über Jahrzehnte den Transport- und Logistikkonzern Kühne+Nagel, den er von seinem Vater übernommen hatte. Er baute das mittelständische Familienunternehmen zu einem Weltkonzern mit mehr als 1.300 Niederlassungen in knapp 100 Ländern und rund 88.000 Mitarbeitern aus.

Laut "Manager Magazin" ist Kühne vor zehn Tagen von Mallorca nach Schindellegi zurückgekommen. Da es ihm schon schlechter gegangen sei, sei er ärztlich behandelt worden.

Vor fast 70 Jahren in Familienunternehmen eingetreten

"Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein großer Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen. Unsere Gedanken sind bei seiner Witwe Christine Kühne", sagte Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne+Nagel International AG, laut Mitteilung.

Klaus-Michael Kühne trat nach Unternehmensangaben 1958 in das Familienunternehmen Kühne+Nagel ein und wurde 1966 Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 fungierte er als Chief Executive Officer der Kühne+Nagel International AG und von 1992 bis 2011 als dessen Verwaltungsratspräsident. Seit 2011 bekleidete er das Amt des Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrats.

Wie reich Kühne wirklich war, wusste nur er selbst. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin "Bilanz" hielt ihn jedenfalls für den reichsten Deutschen in der Schweiz. Schätzungen gingen im vergangenen Jahr von einem Vermögen von 35 Milliarden Euro aus. Das meiste Geld steckt in den Aktien seines Konzerns. "Ich sage immer, das ist Papiergeld, das steht nur auf dem Papier", gab er einmal lakonisch zu Protokoll. "Wenn der Kurs um zehn Prozent fällt, ist schnell eine halbe bis dreiviertel Milliarde weg."

Viel Engagement für Heimatstadt

Dazu engagierte sich Kühne mit rund einer Milliarde Euro bei Hapag-Lloyd und trug maßgeblich dazu bei, dass die Traditionsreederei in Hamburg bleiben konnte. Zuletzt profitierte er dabei von gigantischen Dividenden infolge der massiv gestiegenen Frachtraten während der Corona-Pandemie. Zudem war Kühne Großaktionär bei der Lufthansa.

Der kinderlos gebliebene Kühne unterstützt über Stiftungen das Kulturleben in Hamburg, hat Millionen für die Elbphilharmonie gegeben und eine Logistik-Hochschule in der Hansestadt gegründet. Viel öffentliche Aufmerksamkeit fand auch sein Engagement beim Fußball-Bundesligisten HSV. In seinen späten Jahren ließ Kühne das Luxus-Hotel "The Fontenay" in Hamburg bauen.