Der Holzkonzern Egger schloss 2025/2026 mit kleinem Umsatzplus ab © APA - Austria Presse Agentur

Der Holzkonzern Egger mit Stammsitz in St. Johann in Tirol hat im Geschäftsjahr 2025/2026 ein kleines Umsatz- und ein minimales Gewinnplus eingefahren. Das Unternehmen kam bei 4,265 Mrd. Euro zu liegen - ein Umsatzplus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) stieg indes geringfügiger um 0,1 Prozent und belief sich auf 541,8 Mio. Euro (2024/2025: 541,3 Mio. Euro), wie die Egger-Verantwortlichen am Donnerstag berichteten.

Leicht gesunken ist hingegen die EBITDA-Marge: Sie lag im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/2026 bei 12,7 Prozent, während sie sich 2024/2025 auf 13,1 Prozent belaufen hatte. Einen leichten Rückgang gab es zudem bei der Eigenkapitalquote einzustecken: Diese verringerte sich von 42,8 Prozent im Geschäftsjahr 2024/2025 auf nunmehr 41,6 Prozent.

Ein entscheidendes Thema seien 2025/2026 Investitionen gewesen, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz in St. Johann. Die Gruppe investierte mit 450,1 Mio. Euro kräftig und somit klar mehr als im Jahr zuvor mit 435,0 Mio. Euro. "Hätten wir nicht so viel investiert, hätten wir einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen", war sich Egger-Finanzchef und Sprecher der Gruppenleitung, Thomas Leissing, sicher. Ein Plus gab es 2025/2026 jedenfalls an der Personalfront. Der weltweite Mitarbeiterstand wurde ausgebaut - von 11.860 Beschäftigten im Jahr 2024/2025 auf rund 12.000 Personen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Keine Euphorie, aber Stabilität

Angesichts der Zahlen könne man definitiv "nicht von Hochkonjunktur", aber zumindest "von Stabilität" reden, betonte Leissing. Man sei damit zwar "nicht wirklich zufrieden oder gar euphorisch", dennoch würde sich das Familienunternehmen "auf einem guten Niveau" bewegen. Die Investitionen hätten nicht nur einen möglichen Umsatzrückgang eingebremst, sondern hätten auch klar dabei geholfen "wettbewerbsfähig zu bleiben", so Leissing.

Dem stimmte auch der für Vertrieb und Marketing zuständige Michael Egger jun. zu. "Dass wir auf diesem guten, stabilen Level sind, liegt nicht zuletzt an den großen Investitionsanstrengungen", strich Egger heraus. Letztere erhöhten sich bereits im Geschäftsjahr 2025/2026 und würden wohl auch künftig noch weiter steigen.

Investition am Stammsitz, Iran-Krieg bringt Herausforderungen

So habe man beispielsweise erst 80 Mio. Euro in das neue, bereits eröffnete Kraftwerk in St. Johann in Tirol investiert, führte Hannes Mitterweissacher, verantwortlich für Technik und Produktion, aus. Außerdem seien weltweit 103,2 Mio. Euro an "Erhaltungsinvestitionen" in die Egger-Werke geflossen.

Vor Herausforderungen stellten Egger die Entwicklung der Kosten für Holz, bei denen auch der Iran-Krieg eine große Rolle spiele. Die Kosten für Holz und "chemische Rohstoffe" seien durch diesen Krieg "rapide angestiegen", erklärte Mitterweissacher. Diese Herausforderung betonte auch Egger jun.: "Der Iran-Krieg ist eine Herausforderung für Vertrieb und Logistik und zeigt uns allen, dass in Sachen Rohstoffpreise nach oben wirklich alles möglich ist."

Verhaltener Ausblick auf 2026/2027

Dazu käme weiters der Ukraine-Russland-Krieg, der unter anderem dazu führe, dass "Russland in einer Rezession ist", führte wiederum Leissing aus. Dennoch liefe die Egger-Produktion dort "stabil", hielt der Finanzchef mit Blick auf die zwei Werke dort fest. Kopfzerbrechen bereite dem Holzkonzern außerdem die USA, benannte er eine weitere "Baustelle": "Der Markt ist für uns dort derzeit eher schwach." Zeitgleich habe aber wiederum Argentinien einen Aufschwung erlebt: "Insgesamt können wir hier also alles gut und stabil ausgleichen."

Mit dem Stichwort "stabil" kam Leissing dann zum Ausblick auf das bereits seit April laufende Geschäftsjahr 2026/2027. "Auch hier sind wir zwar nicht euphorisch, aber erwarten uns auf alle Fälle Stabilität." Der Ausblick falle insgesamt aber "verhalten" aus, auch weil er damit rechne, dass zu den derzeitigen weltweiten Konflikten womöglich "noch neue Konflikte mit hinzukommen". Die Unsicherheit der Märkte sei damit "weiterhin hoch", ein "konjunktureller Aufschwung" aktuell "nicht erkennbar". Egger sei aber "gut aufgestellt" und konzentriere sich weiterhin auf "Servicequalität, Produktivität, Qualität und Innovationskraft."

Diese Egger-Standards strich auch Frank Bölling, verantwortlich für die Logistik bei Egger, heraus. "Unser Ziel ist es, das beste Service und Liefergenauigkeit anzubieten." Diesbezüglich stiegen aber "die Erwartungen der Kunden", hob der Manager hervor.

Die Egger Gruppe produziert an 22 Standorten in elf Ländern eine Produktionsmenge von etwa 10,9 Millionen Kubikmetern an Holzwerkstoffen und Schnittholz. Die Produktbereiche umfassen Möbel und Innenausbau, Fußböden und Bauprodukte.

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WEB http://www.egger.com

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