Adidas, Nike und Puma rüsten mehr als drei Viertel der WM-Teams aus © APA - Austria Presse Agentur

Die von 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft bringt für die Sportartikelhersteller Adidas, Nike und Puma sowie die Sporthändler einen Umsatzschub. Der heimische Sporthandel profitiert davon, dass Österreich erstmals seit 1998 wieder an einer Fußball-WM teilnimmt.

Zum ersten Mal spielen 48 Teams bei der Weltmeisterschaft mit. Von der WM 1998 bis zur WM 2022 waren es 32 Mannschaften. Adidas rüstet bei der kommenden Fußball-WM 14 Länder - darunter etwa Deutschland - aus, Nike 12 Teams (unter anderem Frankreich) und Puma elf Länder (unter anderem Österreich). Die restlichen WM-Teams verteilen sich auf zehn verschiedene kleinere Ausrüster. Klassische WM-Fantrikots kosten bei Adidas, Nike und Puma rund 100 Euro.

Experten: Nike profitiert am meisten von der WM

Analysten der deutschen DZ Bank erwarten, dass Nike rund um die Fußball-WM mehr als 12 Millionen Trikots verkauft und damit einen Umsatz von über 1,5 Mrd. Dollar (1,3 Mrd. Euro) erzielt. Eine offizielle WM-Umsatzprognose von Nike gibt es nicht. Der Börsenwert des US-Konzerns beläuft sich auf 65 Mrd. Dollar.

Für Adidas erwartet die DZ Bank den Verkauf von mehr als 8 Millionen WM-Trikots. Der deutsche Sportartikelkonzern rechnet mit mehr als 1 Milliarde Euro Umsatz als direkten WM-Effekt. "Ich erwarte, dass dies unsere weltweit größte WM aller Zeiten wird, was Trikot-, Ball- und Schuhverkäufe angeht", sagte Adidas-Fußball-Chef Sam Handy dem deutschen "Handelsblatt". Der Börsenwert von Adidas beträgt rund 30 Mrd. Euro.

Fußball-WM gut für Markenimage

Einen deutlich kleineren Weltmeisterschaftseffekt erwartet die DZ Bank für Puma (Börsenwert 4 Mrd. Euro). Für den in einer strategischen Neuausrichtung befindlichen deutschen Sportartikelhersteller rechnen die Analysten mit mehr als 1 Million verkauften Trikots und einem WM-Umsatzeffekt von rund 100 Mio. Euro.

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat aber auch einen "Abstrahleffekt" auf das Markenimage und das Tagesgeschäft von Adidas, Nike und Puma. Die hohe mediale Präsenz kurbelt auch den Verkauf unter anderem von Alltagssneakern, Laufschuhen und Lifestyle-Produkten an.

WM "wichtiger Impuls" für Sporthandel

Das sportliche Fußball-Großereignis kurbelt auch die Nachfrage im heimischen Sporthandel an, vor allem weil Österreich seit knapp 30 Jahren nun wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei ist: "Sportgroßereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft sind für den Sportartikelhandel weit mehr als nur ein Turnier", sagte Hervis-Geschäftsführer Markus Hupach zur APA. "Sie schaffen Emotionen, Identifikation und Gemeinschaftsgefühl. Das gibt dem Sporthandel wichtige Impulse." Hervis spüre den WM-Effekt unmittelbar in der Nachfrage. "Bis dato haben wir eine deutlich fünfstellige Anzahl an Trikots der österreichischen Nationalmannschaft verkauft und aktuell sehen wir einen deutlichen Anstieg bei den Trikots wie auch bei Fanartikeln."

Die Fußball-WM steigert die Nachfrage nach Ausrüstung, Fanartikeln und personalisierten Produkten, hieß es auch von Intersport. "Fantrikots und Schals haben den Weg vom Stadion in die Freizeit längst geschafft", sagte kürzlich der Marketingleiter von Intersport Austria, Johannes Kastenhuber.