KI kommt auch bei Cyberattacken verstärkt zum Einsatz © APA - Austria Presse Agentur
Cyberangriffe auf Unternehmen sind in den vergangenen zwölf Monaten weiter gestiegen und werden immer häufiger durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützt. Fast die Hälfte der Firmen gab an, dass bei Cyberangriffen gegen ihr Unternehmen verstärkt KI eingesetzt wird, zeigt eine KPMG-Studie, für die fast 1.400 Betriebe befragt wurden. Die Unternehmen reagieren bereits. 28 Prozent haben sich mit dem Einsatz von KI zur Verbesserung der eigenen Cybersicherheit beschäftigt.
Gleichzeitig herrsche in den Unternehmen eine spürbare Skepsis, ob KI tatsächlich zur Verbesserung der Cybersicherheit beiträgt (33 Prozent Zustimmung), da die Vorteile aktuell stärker aufseiten der Cyberkriminellen gesehen werden, so KPMG laut einer Aussendung.
Die Top-Angriffsarten sind Malware über E-Mail-Anhänge (von 78 Prozent der Unternehmen berichtet), (Spear-)Phishing über Links (69 Prozent), die Ausnutzung von Hardware-, Software-Schwachstellen (58 Prozent), CEO-/CFO-Fraud (57 Prozent), sowie Scam-Anrufe (52 Prozent). "Neu hinzugekommen ist das Ausnutzen von Hardware-, Software-Schwachstellen, was verdeutlicht, dass KI die Art der Angriffe in den letzten zwölf Monaten wesentlich verändert hat", heißt es von KPMG.
Schwachstelle Lieferkette
Eine zentrale Schwachstelle sei die Lieferkette. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) gab an, dass es im Zusammenhang mit einem Angriff auf Dienstleister bzw. Lieferanten zu einem Angriff auf das eigene Unternehmen kam. Das sei eine Verdoppelung gegenüber 2025. "Es geht nicht darum, Lieferanten als Risiko zu sehen. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass unsere Vernetzung unsere größte Stärke und gleichzeitig unsere größte Verwundbarkeit ist", sagte KPMG-Partner Andreas Tomek. Ein Großteil der Unternehmen findet laut Befragung, Österreich muss vermehrt in Cybersicherheit investieren und die Ausgaben dafür wesentlich erhöhen.