Rund 280 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen © APA - Austria Presse Agentur

Die Schulden der Österreich-Tochter der deutschen Bau- und Gartenmarktkette Hellweg belaufen sich laut Insolvenzantrag auf 23,88 Mio. Euro. Das teilten die Gläubigerschützer AKV, Creditreform und KSV1870 am Dienstag mit. Die Vermögenswerte (Aktiva) zu Buchwerten betragen 20,8 Mio. Euro. Am Montag hatte Hellweg über den Insolvenzantrag informiert, ohne Zahlen zur Finanzlage zu nennen. Das Unternehmen soll fortgeführt und saniert werden.

Nach Angaben des KSV1870 sind rund 280 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Von den Verbindlichkeiten entfallen laut Kreditschützern rund 7,9 Mio. Euro auf Kreditinstitute, 3,4 Mio. Euro auf Lieferanten, 3,1 Mio. Euro auf verbundene Unternehmen und 8,1 Mio. Euro auf sonstige Verbindlichkeiten. Mitte Juni meldete bereits die deutsche Konzernmutter Insolvenz an.

Hellweg betreibt sechs Märkte in Österreich

Die Aktiva des Unternehmens zu Liquidationswerten betragen 7,4 Mio. Euro, das freie Massevermögen nach Abzug von Ab- und Aussonderungsrechten beläuft sich auf 2,9 Mio. Euro. Die Bau- und Gartenmarktkette verfügt in Österreich laut AKV über Vermögenswerte, insbesondere Betriebsanlagen, Warenbestände sowie eine im Eigentum stehende Liegenschaft in Ried im Innkreis. Diese Aktivwerte sollen aber mit Sonderbefriedigungsrechten einiger Gläubiger behaftet sein.

Wie gestern berichtet, hat die Österreich-Tochter von Hellweg mit sechs Standorten in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Den Gläubigern wird die Mindestquote von 30 Prozent für ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung angeboten. Die Baumarktkette beschäftigt 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich. Im vom Unternehmen vorgelegten Sanierungskonzept seien Kürzungen des Personalstandes nicht vorgesehen, hieß es von der Creditreform.

Größtes Insolvenzverfahren des Jahres in Oberösterreich

Das Sanierungsverfahren der HELLWEG Die Profi-Baumärkte GmbH sei gemessen an den Verbindlichkeiten von rund 23,8 Mio. Euro das bis dato größte Insolvenzverfahren in Oberösterreich dieses Jahr, so KSV1870-Mitarbeiterin Petra Wögerbauer in einer Aussendung. Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten gibt die Bau- und Gartenmarktkette im Insolvenzantrag einen gesättigten Markt ohne nachhaltiges Wachstum, Lieferkettenprobleme, geopolitische Unsicherheiten und Kaufzurückhaltung der Konsumenten sowie steigende Kosten an. Außerdem hätten wetterbedingte Umsatzrückgänge sowie die konzernweite wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Hellweg-Gruppe zu einer Verschärfung der Liquiditätssituation beigetragen.