Sparprogramm greift © APA - Austria Presse Agentur
Der börsennotierte Verpackungskonzern Mayr-Melnhof (MM) hat im ersten Halbjahr 2026 einen starken Gewinnrückgang verbucht. Der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 81 Prozent auf 31,2 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Verantwortlich dafür ist vor allem der Sondereffekt aus dem Verkauf der TANN-Gruppe im Vorjahr. Der Konzernumsatz sank um 8,9 Prozent auf 1,85 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern um 76,5 Prozent auf 45,8 Mio. Euro.
Der drastische Rückgang bei Gewinn und Umsatz (Vorjahr: 2,03 Mrd. Euro) geht im Wesentlichen auf den Verkauf der TANN-Gruppe (Zigaretten-Mundstückpapier) im Juni des Vorjahres zurück, der damals einen Einmalertrag von 122,8 Mio. Euro einbrachte. Zudem fielen im ersten Halbjahr 2026 Einmaleffekte von 22,9 Mio. Euro für das Transformationsprogramm "Fit-for-Future" an. Bereinigt um den TANN-Verkauf belief sich das Umsatzminus auf 4,7 Prozent, das bereinigte EBITDA ging auf vergleichbarer Basis um 3,5 Prozent auf 200,2 Mio. Euro zurück.
Operativ dämpfte das Effizienzprogramm den Preisdruck ab. "Fit-for-Future" lieferte nach Unternehmensangaben im ersten Halbjahr einen Ergebnisbeitrag von 105 Mio. Euro, wodurch vor allem niedrigere Verkaufspreise in der Sparte Board & Paper abgefedert worden seien. Deren bereinigtes EBITDA sank im Jahresvergleich um 19 Prozent, erholte sich aber gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Dagegen verbuchte der Bereich Pharma & Healthcare Packaging ein EBITDA-Plus von 14 Prozent. Die Division Food & Premium Packaging blieb auf vergleichbarer Basis stabil (+1 Prozent).
Einsparungsziel angehoben
Für die zweite Jahreshälfte erwartet Mayr-Melnhof ein anhaltend schwieriges Umfeld. CEO Peter Oswald rechnet weiterhin mit "einer verhaltenen Konsumentennachfrage sowie höheren Transport-, Energie-, Chemikalien-, Holz- und Altpapierkosten". Planmäßige Wartungsstillstände in den Werken Kwidzyn und Kotkamills werden das Betriebsergebnis im dritten Quartal voraussichtlich mit rund 35 Mio. Euro belasten. Oswald blickt dennoch optimistisch auf das Transformationsprogramm, dessen kumuliertes Einsparziel bis 2027 von bisher 250 Mio. auf über 330 Mio. Euro angehoben wurde.