Die Nachfolge von Lagarde ist nach wie vor ungeklärt © APA - Austria Presse Agentur

Die Europäer wollen rasch über einen gemeinsamen Anwärter für die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) abstimmen. Das teilte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Donnerstag nach einer Telefonkonferenz mit den europäischen Ministern der Finanzressorts mit. Das Votum ist für Freitag geplant.

Bisher sind fünf Kandidaten in der engeren Auswahl. Unter ihnen ist der frühere Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem aus den Niederlanden. Die Briten - dort gibt es eine neue Regierung - könnten in letzter Minute noch einen Anwärter benennen, falls sie dies wünschten, so Le Maire. Falls es nötig sei, werde es mehrere Wahlgänge geben. Wie ein Diplomat berichtete, überzeugte Le Maire seine Amtskollegen, nun über einen Kandidaten abzustimmen, um weitere lange Debatten zu vermeiden.

Nach Angaben des französischen Finanzministeriums habe man sich bisher noch nicht auf eine Nachfolge einigen können. Zwar gebe es für einige Kandidaten mehr Unterstützung als für andere, erklärte das Ministerium am Donnerstag in Paris. Gleichwohl herrsche "noch kein Konsens" über einen Namen.

Die amtierende Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird im September ihren Posten abgeben, um Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) zu werden. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire wurde von seinen europäischen Kollegen damit beauftragt, die Suche nach einem Kandidaten für die Nachfolge Lagardes zu koordinieren. Traditionell wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank von einem US-Staatsbürger.

Fünf Kandidatinnen und Kandidaten sind im Gespräch für Lagardes Nachfolge: Spaniens Finanzministerin Nadia Calvino, ihr portugiesischer Kollege und Eurogruppen-Chef Mario Centeno, sein Vorgänger Jeroen Dijsselbloem, die bulgarische Vize-Weltbankchefin Kristalina Georgieva und der finnische Zentralbankvorsitzende Olli Rehn.