Reisverkauf in Tokio - Gesunkener Preis wichtig für Japaner © APA - Austria Presse Agentur

Die Inflation in Japan ist im Mai stabil geblieben. Die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung von frischen Lebensmitteln legten um 1,4 Prozent im Jahresvergleich zu, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Niedriger war die Teuerung zuletzt 2022. Der im Land der aufgehenden Sonne besonders genau beäugte Reispreis ist unterdessen erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder gefallen. Er lag im Mai 5,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Staatliche Subventionen, die die Energiekosten niedrig halten, dämpften die Inflationsentwicklung ebenfalls. Im April war die Rate in dieser Abgrenzung ebenfalls bei 1,4 Prozent gelegen. Analysten hatten im Schnitt mit dieser Entwicklung gerechnet.

Mit Berücksichtigung von frischen Lebensmitteln stiegen die Verbraucherpreise im Mai um 1,5 Prozent. Im Monat zuvor hatte die Jahresrate 1,4 Prozent betragen.

Die Preisentwicklung dürfte die Bank of Japan nicht davon abhalten, im weiteren Verlauf des Jahres Zinserhöhungen in Betracht zu ziehen. Die Zentralbank hob ihren Leitzins erst am Dienstag auf ein Prozent an - den höchsten Stand seit 1995 - und signalisierte ihre Bereitschaft, die Geldpolitik weiter zu straffen, sollte sich die Wirtschafts- und Preisentwicklung im Einklang mit ihren Prognosen bewegen.

Reispreis-Retrospektive: Panikkäufe 2024, Regierung abgewählt

Vor allem 2024 und 2025 war der Reispreis stark gestiegen. Verantwortlich waren mehrere Faktoren: eine sehr schlechte Ernte 2023 nach einem ungewöhnlich heißen und trockenen Sommer, Händler, die Reis in der Erwartung steigender Preise horteten und 2024 Panikkäufe nach der Warnung vor einem Erdbeben, das dann nicht stattfand. Die japanische Regierung machte auch die stark gestiegene Zahl der Touristen verantwortlich. Experten weisen darauf hin, dass die Anbaufläche seit Jahrzehnten schrumpft und viele Reisbauern altersbedingt aufgeben, ohne Nachfolger zu finden.

Der hohe Reispreis, allgemein steigende Lebenshaltungskosten und Korruptionsskandale hatten dazu geführt, dass die Regierung von Shigeru Ishiba im vergangenen Jahr abgewählt wurde. Die neue Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ergriff mehrere Maßnahmen, um den Reispreis zu stabilisieren, so gab sie etwa Notfallreserven frei.