Ryanair und Laudamotion haben es offenbar besonders eilig © APA - Austria Presse Agentur

Der österreichische Luftfahrtunternehmer Niki Lauda und sein irischer Partner Michael O'Leary vollziehen den geplanten Zusammenschluss ihrer Fluglinien Laudamotion und Ryanair, bevor er überhaupt offiziell genehmigt ist, berichtete das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Freitag vorab aus seiner aktuellen Ausgabe. Laudamotion wollte sich gegenüber der APA dazu nicht näher äußern.

Der Niki-Nachfolger Laudamotion und Ryanair verkündeten diese Woche ihren gemeinsamen Flugplan und Internetauftritt mit Wirkung vom 1. Mai. Tickets für Laudamotion-Trips, etwa von Düsseldorf nach Palma, sind laut "Spiegel" auf der eigenen Website nur noch bis Ende April buchbar. Danach baut Ryanair die Strecken der ehemaligen Air-Berlin-Tochter Niki ins eigene Angebot ein.

Das Tempo dieser Kooperation ist jedoch juristisch fragwürdig, schreibt das Magazin. Denn bisher haben die Partner die avisierte Übernahme von zunächst knapp 25 und später 75 Prozent an Laudamotion durch Ryanair noch nicht einmal bei der EU-Kommission angemeldet. Das bestätigte eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dem "Spiegel".

Sowohl Laudamotion als auch Ryanair haben in Mallorca eine starke Position und müssen womöglich mit Auflagen der EU-Wettbewerbshüter rechnen. In der Regel werden die Behörden bei derartigen Vorhaben schon im Vorfeld informiert oder spätestens kurz nach Abschluss des Kaufvertrags. Nicht so im aktuellen Fall. Eine Laudamotion-Sprecherin versicherte bereits Ende März, der Antrag werde innerhalb der nächsten zehn Tage eingereicht - was jedoch nicht geschah.

Auch in Österreich ist die Übernahme noch nicht angemeldet, wie aus der Webseite der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hervorgeht. Laudas Ko-Geschäftsführer bei Laudamotion, Andreas Gruber, sagte am Freitagnachmittag auf APA-Anfrage, man stehe in engem Kontakt mit der EU-Kommission, kommentiere das laufende Verfahren aber nicht gegenüber Medien.