Der Restrukturierungsprozess der steirischen Heidenbauer-Gruppe ist gescheitert. Wie die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870 am Donnerstag mitteilten, haben vier nach der Pleite 2025 zur Sanierung gebildete Auffanggesellschaften am Landesgericht Leoben Konkurs angemeldet. Eine Fortführung ist nicht beabsichtigt, der Schließung der Betriebe wurde bereits zugestimmt. Davon sind 91 Beschäftigte und 212 Gläubiger betroffen.

Als Grund für das endgültige Aus nennt der Konzern laut Insolvenzantrag, dass die Hausbank zugesagte Finanzierungsleistungen "gar nicht oder verspätet" erbracht habe. Dies habe zu einer akuten Liquiditätskrise geführt. Eine Stellungnahme der Bank zu diesen Vorwürfen liegt nicht vor. Heidenbauer-Eigentümer Batoor Khan, der laut Firmenangaben zuvor "erhebliche private Mittel" eingebracht hatte, zeigte sich angesichts der Entwicklung in einer Aussendung "fassungslos".

Klage gegen Bank steht im Raum

Das Vorgehen der Bank dürfte jedoch ein rechtliches Nachspiel haben. Wie aus informierten Kreisen verlautet, erwägt die Unternehmensgruppe rechtliche Schritte. Demnach steht eine Feststellungsklage im Raum, mit der sämtliche Schäden geltend gemacht werden sollen, die durch die nicht umgesetzte Finanzierung entstanden sind.

Bei den nun geschlossenen Firmen handelt es sich um die Auffanggesellschaften Heidenbauer Dach Wand GmbH, Heidenbauer Management GmbH, Heidenbauer Metallbau GmbH und Heidenbauer Pools GmbH. Über das Vermögen der Bereiche Pools sowie Dach Wand wurde das Konkursverfahren laut KSV bereits offiziell eröffnet. Ein aktueller Vermögensstatus mit der genauen Höhe der Schulden liegt noch nicht vor.

(APA)