"Claude Mythos": KI-Programm von Anthropic © APA - Austria Presse Agentur

Der internationale Wettkampf um die Führerschaft bei Künstlicher Intelligenz wird rauer. Die US-Regierung schränkte zuletzt sowohl den ChatGPT-Entwickler OpenAI als auch Anthropic dabei ein, neueste KI-Modelle auch im Ausland zur Verfügung zu stellen. Österreichs Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) schrieb wegen dieser Thematik nun an die zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen und schlug vor, Anthropic "strategisch" in der EU anzusiedeln.

Pröll ließ offen, wie das genau machbar sei, räumt Skepsis zur Machbarkeit ein. Vor dieser Realität rund um Verbote durch die US-Regierung dürfe man aber nicht die Augen verschließen, so Pröll im Brief an Virkkunen. Europa dürfe nicht von Spitzeninnovationen abgeschnitten werden.

"Lassen Sie uns strategische Ansiedlung prüfen"

Der heimische Regierungspolitiker fühlt sich auch an die Sicherheitsdebatte rund um Tiktok erinnert und schlägt auf Anthropic bezogen im Brief vor: "Lassen Sie uns gemeinsam eine strategische Ansiedlung und Beteiligung von Anthropic innerhalb der Europäischen Union prüfen. Mit Rechtssicherheit, Marktzugang, Kapital und einer Werteordnung, die zu diesem Unternehmen passt." Es gehe nicht darum, unsere eigenen europäischen Unternehmen und Modelle zu untergraben.

Wie sehr KI im Fokus steht zeigte sich am Sonntag auch insofern, als dass weltweite Nachrichtenagenturen wie Bloomberg und später Reuters über das Ansinnen aus Österreich gegenüber der EU berichteten, Anthropic in die Union zu holen. Doch von der heißumworbenen Firma selbst gab es laut den Agenturen vorerst keine Stellungnahme zu dem Anliegen.