Fonds ist mit 6,5 Mio. Euro pro Jahr dotiert © APA - Austria Presse Agentur
Der im Regierungsprogramm vorgesehene Tourismusbeschäftigtenfonds nimmt ab sofort Anträge von Beschäftigten via seine Förderplattform entgegen. Unter anderem gibt es Tourismusstipendien, Prämien für Lehrlinge, Kursgutscheine und Zuschüsse zur Kinderbetreuung. Der Fonds ist bis 2028 mit jährlich 6,5 Mio. Euro dotiert und wird dann evaluiert.
"Mit dem Förderangebot soll es für die Beschäftigten attraktiver werden, in ihrem Beruf zu bleiben", sagte die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende des Tourismusbeschäftigtenfonds und vida-Generalsekretärin, Anna Daimler, bei der Vorstellung des Tourismusbeschäftigtenfonds am Mittwoch. Gefördert werden Beschäftigte mit niedrigem Einkommen unter anderem im Bereich Küche, Service, "Housekeeping" und Rezeption.
Tourismus als Beschäftigungsmotor für ländlichen Raum
In Österreich sind im Schnitt rund 230.000 Arbeitskräfte in Hotellerie und Gastronomie beschäftigt. In der Hochsaison sind es deutlich mehr Beschäftigte. Der Tourismus gilt hierzulande als Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor, vor allem im ländlichen Raum. Ziel des Tourismusbeschäftigtenfonds sei es, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Branche besser zu qualifizieren und länger im Tourismus zu halten, sagte die Tourismusbeschäftigtenfonds-Vorsitzende. Derzeit sei die Grundqualifikation der Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie im Durchschnitt "sehr gering".
Der geförderte Arbeitnehmer darf höchstens 2.700 Euro brutto im Monat verdienen. Im Rahmen des Tourismusstipendiums werden 50 Prozent der Aus- und Weiterbildungskosten übernommen, höchstens aber 5.000 Euro pro Person. Man appelliere an die Betriebe, die restlichen Kurskosten zu übernehmen und die Weiterbildung in der Arbeitszeit zu ermöglichen, so Daimler. Um einen bestehenden Job im Tourismus abzusichern, gibt es vom Tourismusbeschäftigtenfonds auch eine Kinderbetreuungsförderung in Höhe von bis zu 300 Euro pro Kind und Monat.
Bearbeitung der Förderanträge in "maximal vier Wochen"
Der Geschäftsführer des Tourismusbeschäftigtenfonds, Markus Hafner-Auinger, versprach eine "niederschwellige Antragstellung" für Beschäftigte auf https://www.tourismusfonds.at/. Es sei eine Online-Vorprüfung innerhalb einer Minute möglich und der Förderantrag könne innerhalb von weniger als zehn Minuten ausgefüllt werden, sagte Hafner-Auinger bei der Pressekonferenz. Die Förderplattform-Website ist derzeit in fünf Sprachen verfügbar. Weitere Sprachen sind geplant. Die Bearbeitung des Förderantrags soll "maximal zwei bis vier Wochen" dauern. Hafner-Auinger verwies darauf, dass nicht ausgeschöpfte Fördermittel des Jahres 2026 auch ins Folgejahr mitgenommen werden können.