USA und Japan stützten den Yen-Kurs © APA - Austria Presse Agentur
Die USA und Japan stemmen sich mit einer gemeinsamen Intervention am Devisenmarkt gegen den Absturz des Yen. Das japanische Finanzministerium bestätigte am Montag, dass es am vergangenen Freitag bereits ein koordiniertes Vorgehen gegeben habe, und signalisierte die Bereitschaft zu weiteren Schritten. US-Präsident Donald Trump bestätigte am Sonntag (Ortszeit) die US-Hilfe für die japanische Währung und bezeichnete dies als Zeichen der Freundschaft.
Trump: "Wir sind immer für Japan da"
"Der Yen schwächt sich ab, und sie wollten ein wenig Hilfe. Und wir sind immer für Japan da", sagte Trump auf die Nachfrage eines Reporters an Bord der Air Force One. Zudem sei das Vorgehen gut für die Weltwirtschaft, und die USA zögen einen finanziellen Nutzen aus der Vereinbarung, erklärte er weiter.
Nach Trumps Äußerungen gab der Dollar um 0,2 Prozent auf 157,07 Yen nach. Nach der Mitteilung des japanischen Finanzministeriums stieg er jedoch wieder leicht auf 157,70 Yen. Zuvor war die US-Devise in der Spitze bis auf fast 164 Yen gestiegen, den höchsten Stand seit 40 Jahren.
Japan und USA halten sich weitere Interventionen offen
Das japanische Finanzministerium erklärte, der Schritt vom Freitag habe der übermäßigen Volatilität und den ungeordneten Bewegungen des Yen entgegengewirkt. Man stehe in engem Austausch mit dem US-Finanzministerium und werde nicht zögern, weitere gemeinsame Interventionen vorzunehmen.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, auch Washington wolle sich an weiteren gemeinsamen Interventionen beteiligen. Er unterstütze die entschlossenen Schritte Japans, um die erhebliche Unterbewertung der Währung zu korrigieren. Auf der Plattform X bekräftigte er zudem seine Forderung nach weiteren Zinserhöhungen durch die Bank of Japan (BOJ).
Erste gemeinsame Intervention seit 2011
Es handelt sich um die erste gemeinsame Intervention der beiden Länder seit 2011. Damals hatten sie nach dem Erdbeben in Ostjapan koordiniert eingegriffen, um den Yen zu schwächen. Japan kämpft seit Längerem gegen die Abwertung seiner Währung, die die Importpreise in die Höhe treibt und die Inflation anheizt. Dies belastet die Verbraucher und drückt die Umfragewerte von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi.
Daten der Bank of Japan (BOJ) deuten darauf hin, dass Tokio bereits am Donnerstag im Alleingang Dollar im Wert von knapp 59 Milliarden verkauft haben könnte, um den Yen zu stützen.
Analysten zufolge unterstreicht der Schritt die Entschlossenheit beider Länder, weltweite Auswirkungen eines Ausverkaufs des Yen und japanischer Staatsanleihen zu verhindern. Dies hätte den Aufwärtsdruck auf die ohnehin steigenden Renditen von US-Staatsanleihen verstärken können.
Absicherung durch US-Notenbank
Um die Interventionen zu finanzieren, griff Japan Bessent zufolge am Freitag auf die sogenannte FIMA-Repo-Fazilität der US-Notenbank Fed zurück. Diese 2020 eingeführte Einrichtung ermöglicht es ausländischen Zentralbanken, gegen die Hinterlegung von US-Staatsanleihen kurzfristig Dollar-Kredite von bis zu 60 Milliarden Dollar zu erhalten.
Japan ist mit Beständen von 1,14 Billionen Dollar der größte ausländische Gläubiger der USA. Durch die Nutzung der Fazilität kann sich Tokio Dollar-Liquidität beschaffen, ohne seine US-Staatsanleihen direkt verkaufen zu müssen, was die Renditen am US-Anleihemarkt in die Höhe treiben würde. Bessent regte an, den Rahmen dieser Fazilität in den kommenden Monaten aufzustocken. Eine solche Ausweitung müsste jedoch vom Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh gebilligt werden.