Uber hat sich bereits eine Mehrheit an Delivery Hero gesichert © APA - Austria Presse Agentur

Der US-Fahrdienstvermittler Uber macht bei der geplanten Milliardenübernahme des deutschen Essenslieferdienstes Delivery Hero ernst und treibt damit die Konsolidierung in der Branche voran. Nach der Genehmigung durch die Finanzaufsicht BaFin legte der Konzern am Donnerstag das offizielle öffentliche Angebot vor.

Es werde erwartet, dass Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero zu gegebener Zeit ihre gemeinsame begründete Stellungnahme veröffentlichen und das Angebot unterstützen werden, hieß es in den Angebotsunterlagen. Den Aktionären werden demnach wie bereits Mitte Juli angekündigt 41,50 Euro je Aktie in bar geboten, was einer Gesamtbewertung von bis zu 13 Mrd. Euro entspricht.

Mehrheit bereits gesichert

Die Annahmefrist läuft vom 27. August bis zum 5. November. Ein Bieterwettkampf gilt als ausgeschlossen, da sich Uber bereits eine Mehrheit von rund 53 Prozent an dem Berliner Konzern gesichert hat. Dies geschah durch eigene Anteile sowie eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus.

Durch den Zusammenschluss entstünde der weltweit größte Essenslieferdienst außerhalb Chinas. Um Bedenken der Kartellbehörden zuvorzukommen, verkauft Delivery Hero parallel Geschäftsbereiche in 14 Märkten, darunter Österreich, an den Finanzinvestor SSW Partners.

Für die Foodora-Mutter Delivery Hero ist der Verkauf die Konsequenz aus dem hohen Wettbewerbsdruck und dem wachsenden Unmut der Aktionäre über die mangelnde Ertragskraft. "Das Liefergeschäft ist hochkompetitiv und in hohem Maße von Skaleneffekten abhängig", begründete Aufsichtsratschefin Kristin Skogen Lund den Schritt.

Die Aktie von Delivery Hero notierte am Donnerstag mit 38,34 Euro deutlich unter dem Angebotspreis. Ungeachtet der Übernahme zeugt die jüngste Geschäftsentwicklung von operativer Stärke: Delivery Hero hob am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr an und rechnet nun mit einem Wachstum des Bruttowarenwerts von neun bis elf Prozent. Bis zum Abschluss der Transaktion, der für die zweite Hälfte 2027 erwartet wird, soll das Unternehmen eigenständig weiterarbeiten.