++ ARCHIVBILD ++ VCÖ: Anreiz für E-Auto-Kauf sinkt © APA - Austria Presse Agentur

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) kritisiert die geplante Versteuerung des Sachbezugs für privat genutzte Elektro-Firmenwagen ab dem Jahr 2027. Da der steuerpflichtige Sachbezugswert für Autos mit Verbrennungsmotor gleichzeitig nicht erhöht werde, sinke der Anreiz zur Anschaffung von E-Autos. Dies sei kontraproduktiv für die Klimaziele, warnte die Organisation. Der VCÖ fordert deshalb eine gleichwertige Erhöhung für Verbrenner-Modelle.

Die Zahl der Firmenfahrzeuge, die auch für private Fahrten verwendet werden, ist in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Der VCÖ verweist auf Daten des Finanzministeriums, wonach es 2025 in Österreich 198.154 solcher Pkw gab. Das waren um fast 10.000 mehr als 2024 und beinahe eine Verdoppelung im Vergleich zu 2014. "Auch wenn sich die Zahl der privat genutzten Firmenwagen in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelt hat, so kommt diese steuerliche Begünstigung nach wie vor nur einer kleinen Minderheit zugute", so VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Aktuell würden nur fünf Prozent der unselbstständig Erwerbstätigen einen Sachbezugswert für die Privatnutzung bezahlen.

Gegen Deckelung, für Staffelung nach Kilometern

Laut Medienberichten soll ab 2027 für die private Nutzung von E-Firmenwagen ein monatlicher Sachbezugswert von 0,375 Prozent der Anschaffungskosten festgelegt werden. Für Pkw mit Verbrennungsmotor beträgt dieser Wert derzeit maximal zwei Prozent und ist mit 960 Euro gedeckelt. Zudem sei die Berechnung unabhängig davon, ob 7.000 oder 30.000 Kilometer pro Jahr privat gefahren werden, kritisiert Schwendinger. Der VCÖ plädiert für ein Ende der Deckelung und eine Staffelung nach den tatsächlich gefahrenen Kilometern, da das derzeitige System Anreize biete, mehr mit dem Auto zu fahren, anstatt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Eine Reform der Firmenwagenbesteuerung wäre laut VCÖ ein wesentlicher Hebel für die Energiewende, da rund zwei Drittel der Neuwagen in Österreich auf juristische Personen zugelassen würden. Bei den E-Neuzulassungen liege Österreich mit einem Anteil von 23 Prozent in den ersten vier Monaten deutlich hinter anderen europäischen Ländern wie Dänemark (80 Prozent) oder Schweden (41 Prozent) zurück. Die geplante Maßnahme bremse die notwendige Energiewende im Verkehr und komme das Budget letztlich teuer zu stehen, weil Österreich in Folge seine Klimaziele noch deutlicher verfehlen werde, hieß es vonseiten des Clubs.