Grüne und FPÖ stimmten zu, strategische Gasreserve bis 2029 verlängert © APA - Austria Presse Agentur
Die strategische Gasreserve, die von der Regierung 2022 angelegt wurde, wird um zwei weitere Jahre verlängert. Die entsprechende Verordnung erreichte am Montag im Hauptausschuss des Nationalrats die notwendige Zweidrittelmehrheit, sowohl die Grünen als auch die FPÖ stimmten dem Regierungsvorhaben zu. Die Gasreserve umfasst 20 Terawattstunden (TWh) und läuft damit bis zum 1. April 2029 weiter. Für die Maßnahme sind im Doppelbudget 2027/2028 insgesamt 240 Mio. Euro eingeplant.
"Gerade der Iran-Krieg zeigt, wie schnell Energie zur Sicherheitsfrage wird. Die einstimmige Verlängerung der strategischen Gasreserve ist daher ein wichtiger Schritt, um Österreich sicherer zu machen", sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) am Montag laut Aussendung. Die Reserve liefert einen Polster, um die Versorgungssicherheit im Land auch bei Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten kurzfristig zu gewährleisten. Die Menge von 20 Terawattstunden (TWh) würde im Notfall den Verbrauch von bis zu zwei Wintermonaten abdecken. Sie sichert laut Wirtschaftsministerium mehr als 840.000 Haushalte und die heimische Industrie ab, auf die rund 60 Prozent des Gasverbrauchs entfallen.
Das Ministerium will mit der Ausschreibung für die Speicherkapazitäten frühzeitig starten und die Kosten so niedrig halten. Außerdem werde die Reserve künftig ohne Ein- und Ausspeicherleistung beschafft, was Netznutzungsentgelte sparen soll. Sowohl FPÖ als auch Grüne hatten im Vorfeld auf bessere Kosteneffizienz gepocht.
Gasspeicher aktuell zu 55 Prozent gefüllt
Die Gasspeicher sind hierzulande derzeit etwa zu 55 Prozent gefüllt, zeigt die AGSI-Datenbank von Gas Infrastructure Europe (GIE), das entspricht rund 55,17 Terawattstunden (TWh). Der Jahresverbrauch liegt in Österreich bei etwa 75 TWh. In der gesamten EU liegt der Speicherfüllstand bei rund 50 Prozent, 565,62 TWh Gas sind aktuell eingelagert.
Neben der strategischen Gasreserve waren mit Ende Juni in Österreich etwas mehr als 20 TWh von ausländischen Speicherkunden eingelagert, beim Großteil davon ist nicht vorab festgelegt, wohin das eingelagerte Gas verkauft wird. Ein weiterer Teil der eingelagerten Gasmengen ist für Unternehmen reserviert, ein Teil für geschützte Kunden, etwa soziale Dienste oder Krankenhäuser in Österreich. Rund 9 TWh der Ende Juni eingespeicherten Menge waren laut E-Control mit hoher Wahrscheinlichkeit für den österreichischen Markt vorgesehen, können aber auch an nicht-österreichische Kunden verkauft werden.