Neues Sparprogramm angekündigt © APA - Austria Presse Agentur

Der steirisch-deutsche Chip- und Sensorhersteller ams-Osram hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit roten Zahlen abgeschlossen, den Verlust aber massiv eingedämmt. Gleichzeitig kündigte der Konzern am Dienstag ein neues Sparprogramm an: Unter dem Titel "Simplify" sollen bis 2028 weitere 200 Mio. Euro eingespart werden. Davon sind rund 2.000 Beschäftigte betroffen, etwa die Hälfte davon in Europa. Österreich bleibt davon verschont, versichert Konzernchef Aldo Kamper.

Einen weiteren Personalabbau - wie den vergangenen Dienstag angekündigten - werde es in der Steiermark nicht geben. Es werde zwar zu "leichten Anpassungen" in Teilen mit weniger Geschäft kommen, diese würden aber durch das neue Ausbauprogramm abgefangen. In Summe werde der Standort in Premstätten bei Graz künftig den gleichen Personalstand haben wir derzeit.

Kein weiterer Abbau in der Steiermark

Dienstag voriger Woche hatte ams-Osram bekannt gegeben, einen Teilbereich seines Sensorgeschäfts zu verkaufen um Schulden abzubauen. Konkret geht es um das "nichtoptische Automotive-, Industrie- und Medizinsensorgeschäft", das um 570 Mio. Euro an Infineon geht. Im Rahmen der Transaktion sollen rund 70 Beschäftigte aus Premstätten zum Infineon-Standort Graz wechseln. Insgesamt sind dann noch rund 1.370 Personen bei ams-Osram in der Steiermark beschäftigt.

Unter dem Strich stand für den Gesamtkonzern 2025 ein Nettoverlust von 129 Mio. Euro, nach einem Fehlbetrag von 785 Mio. Euro im Jahr davor. Der Umsatz ging im Jahresvergleich leicht um 3 Prozent auf 3,32 Mrd. Euro zurück, was das Unternehmen unter anderem mit dem schwächeren US-Dollar und dem Auslaufen von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten begründete. Das Kerngeschäft sei auf vergleichbarer Basis um vier Prozent gewachsen, so CEO Kamper.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um 6 Prozent auf 608 Mio. Euro, die entsprechende Marge kletterte auf 18,3 Prozent. Kamper betonte am Dienstag vor Journalisten, dass das Unternehmen ein "Digital Photonics Powerhouse" sei, mit einer einzigartigen Stellung am Markt. Allerdings spüre man den Marktdruck aus Asien, wo mit niedrigeren Kosten Produkte schneller auf den Markt gebracht würden.

ams-Osram will schneller werden

Daher habe man "Simplify" entwickelt, um Prozesse zu beschleunigen und die Kosten anzupassen. "Uns ist die Tragweite dieser Entscheidung bewusst. Sie ist uns nicht leichtgefallen, aber notwendig, damit ams-Osram dauerhaft wettbewerbsfähig bleibt", sagte Kamper.

Im vierten Quartal 2025 übertraf ams-Osram mit einem Umsatz von 874 Mio. Euro die Mitte der eigenen Prognosespanne. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) belief sich auf 161 Mio. Euro. Während unter dem Strich nach IFRS ein Verlust von 20 Mio. Euro stand, wies das Unternehmen bereinigt einen Nettogewinn von 35 Mio. Euro aus. Der Free Cash Flow fiel mit 144 Mio. Euro positiv aus, was zur Reduktion der Nettoverschuldung zum Quartalsende auf 1,08 Mrd. Euro (exklusive Leasing-Verbindlichkeiten und Put-Optionen) beitrug.

Sparziele früher als geplant erreicht

Kamper sieht das bisherige Sanierungsprogramm "Reestablish the Base" als erfolgreich an. Die angepeilten Einsparungen von jährlich 220 Mio. Euro seien ein Jahr früher als geplant erreicht worden. Mit dem neuen Programm "Simplify" will sich der Konzern nun auf seine Zukunft als "Digital Photonics Powerhouse" fokussieren. Die Verschuldung konnte durch die jüngsten Verkäufe von Unternehmensteilen an Infineon und Ushio sowie einen positiven Free Cash Flow von 144 Mio. Euro gesenkt werden. Der Verschuldungsgrad (Nettoverschuldung gemessen am bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate) soll mittelfristig auf unter 2 sinken.

Gedämpfte Erwartungen

Für das erste Quartal 2026 dämpft das Management die Erwartungen. Aufgrund saisonaler Effekte und der Verkäufe von Unternehmensteilen wird mit einem Umsatzrückgang auf 710 bis 810 Mio. Euro gerechnet. Die bereinigte EBITDA-Marge soll bei rund 15 Prozent liegen. Mittelfristig peilt ams-Osram im Halbleitergeschäft wieder ein einstelliges Wachstum und Margen von über 25 Prozent an. Ab 2027 soll im Konzern die Wachstums- und Wertschöpfungsphase eintreten, so Finanzchef Rainer Irle.