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Im Jänner war der Prototyp noch in Las Vegas präsentiert worden © APA - Austria Presse Agentur

Die ambitionierten Autopläne des japanischen Elektronikriesen Sony sind nach einem Strategiewechsel des Partners Honda vorerst gescheitert. Erste Elektrofahrzeuge unter dem Markennamen Afeela sollten ursprünglich noch heuer an Käufer in den USA gehen. Doch nun teilte das Gemeinschaftsunternehmen Sony Honda Mobility mit, dass der Erstling Afeela 1 nicht auf den Markt kommen und auch die Entwicklung eines zweiten Modells eingestellt werde.

Das Joint Venture des Elektronikkonzerns Sony und des Autobauers stelle die Entwicklung seines für den US-Markt geplanten Elektroautos ein, gab Sony Honda Mobility am Mittwoch bekannt. Zur Begründung wurde auf die Neuausrichtung der Elektroautostrategie von Honda verwiesen. Der japanische Autobauer hatte erst Anfang des Monats in diesem Zusammenhang Abschreibungen von bis zu 2,5 Billionen Yen (15,7 Milliarden Dollar) angekündigt.

Die Entscheidung lasse dem Gemeinschaftsunternehmen keinen gangbaren Weg mehr, die Afeela-Modelle auf den Markt zu bringen, teilte Sony Honda Mobility mit. Sowohl Honda als auch Sony erklärten, sie rechneten nicht mit wesentlichen finanziellen Auswirkungen auf ihre Bilanzen im laufenden Geschäftsjahr.

Die japanischen Unternehmen bleiben im Gespräch

Honda hatte jüngst die eigenen Elektroautopläne zurückgefahren und dabei auch zwei geplante neue Modelle gestrichen. Durch die Entscheidung werde man keinen Zugang zu einigen Technologien und Kapazitäten von Honda haben - und könne die Modelle nicht wie geplant auf den Markt bringen. Das Gemeinschaftsunternehmen werde aber im Gespräch mit Sony und Honda über zukünftige Pläne bleiben, hieß es.

Kundinnen und Kunden, die das Modell im US-Bundesstaat Kalifornien reserviert hatten, sollen eine Rückerstattung erhalten. Die Auslieferung des mindestens 89.900 Dollar (77.688 Euro) teuren Wagens war ursprünglich ab Ende des Jahres geplant. Spekuliert wurde auch über einen späteren Markteintritt in Europa. Mit dem Joint Venture wollten die japanischen Konzerne den Rückstand auf die Konkurrenz auf dem Markt für Elektroautos aufholen.

Trump bremste E-Auto-Geschäft aus

Sony hatte den Einstieg ins Autogeschäft Anfang 2020 bekanntgegeben und seitdem zusammen mit Honda an den Afeela-Fahrzeugen gearbeitet. Zum Konzept gehörte, die Stärken von Sony bei Elektronik, Entertainment und Gaming mit der Playstation in einen Zukunftsmarkt einzubringen, in dem Autos als Computer auf Rädern gesehen wurden. Noch vor wenigen Tagen hatten die Partner groß die Eröffnung eines Auslieferungszentrums in Kalifornien bekanntgegeben.

Doch das Geschäft mit Elektroautos in den USA erlebte einen drastischen Rückschlag. Präsident Donald Trump sorgte dafür, dass Klimaschutzvorgaben gestrichen wurden, und ließ auch eine Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf von Elektrofahrzeugen abschaffen. Die Stromerverkäufe brachen danach ein. Auch andere Unternehmen wie etwa die US-Autoriesen Ford und General Motors schraubten ihre Elektroautoprojekte zurück.