Exporte nach Indien könnten in den nächsten Jahren deutlich steigen © APA - Austria Presse Agentur
Die Bank Austria prognostiziert, dass die österreichischen Exporte nach Asien in den kommenden fünf Jahren deutlich zulegen werden. Grund dafür sei die wirtschaftliche Dynamik der jeweiligen Exportmärkte. Die Ökonomen der Bank erwarten einen besonders deutlichen Zuwachs von mehr als 35 Prozent bei den Ausfuhren nach Indien, gefolgt von den ASEAN-Staaten mit rund 15 Prozent sowie China mit über 10 Prozent, geht aus der am Montag veröffentlichten Analyse hervor.
Auch Afrika gewinnt demnach als Absatzmarkt an Gewicht. Der Anteil der Exporte nach Afrika im Verhältnis zur österreichischen Wirtschaftsleistung werde um 12 Prozent zulegen. Demgegenüber falle der Zuwachs bei den USA mit rund einem Prozent vergleichsweise gering aus, während der Anteil Europas aufgrund seines niedrigeren Wirtschaftswachstums sogar leicht zurückgehen dürfte.
EU-Binnenmarkt bleibt wichtigster Markt
"Von einer Verlagerung weg von Europa kann jedoch keine Rede sein. Zwar dürfte der Anteil Europas am gesamten Exportvolumen leicht sinken, in absoluten Zahlen bleiben die EU-Mitgliedstaaten mit großem Abstand der wichtigste Markt für Österreich. Mehr als 60 Prozent des gesamten österreichischen Exportwachstums bis 2031 entfallen weiterhin auf den europäischen Binnenmarkt", erklärte der Volkswirt Walter Pudschedl in der Presseaussendung.
"Neue Freihandelsabkommen und dynamische Wachstumsmärkte eröffnen Österreich große Chancen. Ob wir diese Potenziale tatsächlich nutzen können, wird jedoch maßgeblich auch davon abhängen, wie erfolgreich wir die KI-Revolution bewältigen. Die Zukunft des Außenhandels entscheidet sich nicht nur an den Grenzen, sondern zunehmend auch in der Fähigkeit von Unternehmen und Beschäftigten, neue Technologien rasch und produktiv einzusetzen", sagte der Chefökonom der Bank Austria, Stefan Bruckbauer.
Hohe Importabhängigkeit gegenüber China
Österreichs Warenhandel hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Gab es zwischen 1995 und 1999 noch ein durchschnittliches Handelsbilanzdefizit von 2,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), so entwickelte sich in den 25 Jahren danach ein im Durchschnitt leichter Überschuss von 0,2 Prozent des BIP. 2025 erreichte der Güterhandelssaldo sogar einen Überschuss von einem Prozent des BIP. Insgesamt war der Warenhandel in den vergangenen 25 Jahren der Studie zufolge für rund ein Fünftel des österreichischen Wirtschaftswachstums verantwortlich. Gleichzeitig entstand gegenüber China jedoch eine starke Importabhängigkeit. Preisgünstige Vorleistungen und Konsumgüter aus Asien hätten aber auch wesentlich zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen und zur Dämpfung der Inflation hierzulande beigetragen, so die Ökonomen.