Wegen mutmaßlicher Ausbeutung von Arbeitern beim Bau des neuen US-Konsulats in Mailand hat sich der US-Baukonzern Caddell Construction zur Zahlung von 30,94 Millionen Euro verpflichtet. Wie aus einem Dokument des Unternehmens an die Mailänder Staatsanwaltschaft hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, will Caddell knapp 20 Millionen Euro an Arbeiter für Überstunden, Unterkunftskosten und als Entschädigung für immaterielle Schäden zahlen.

Zudem seien Zahlungen von mehr als sieben Millionen Euro an die italienische Sozialversicherungsbehörde INPS und von knapp vier Millionen Euro an die Arbeitsaufsichtsbehörde vorgesehen. Eine Haftung räumte der in Alabama ansässige Baukonzern damit jedoch nicht ein. Eine Bitte um Stellungnahme ließ Caddell zunächst unbeantwortet.

Die Staatsanwaltschaft Mailand und die italienische Polizei werfen dem US-Baukonzern vor, Arbeiter in Indien über einen Vermittler rekrutiert und sie in "aufreibenden Schichten, unterbezahlt, ohne Sicherheitsschutz und unter der ständigen Androhung der Entlassung" beschäftigt zu haben. Die italienische Tochtergesellschaft von Caddell war am 29. Mai wegen des Vorwurfs der Arbeitsausbeutung unter richterliche Zwangsverwaltung gestellt worden.

(APA)