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DIE WENDE IST NAH
Klopf, klopf! – Wer ist da? Die Wende. – Welche Wende? Die Energiewende.
Ich gebe zu, diesem Klopf-Klopf-Witz fehlt es an pointiertem Humor. Aber das macht er mit Aktualität wieder wett. Denn ob Sie es glauben oder nicht, wir befinden uns inmitten einer der größten Umwälzungen unserer Zeit – nämlich der Energiewende. Dabei nutzen wir elektrischen Strom noch gar nicht so lange.
Eine kleine Geschichte des Stroms
Gegeben hat es ihn freilich schon immer. Bereits in der Antike setzten sich Gelehrte mit Elektrizität auseinander. Der griechische Philosoph Thales von Milet (Sie kennen ihn vom „Satz des Thales“) soll im 6. Jahrhundert vor Christus entdeckt haben, dass Bernstein andere, leichte Gegenstände anzieht, wenn man ihn vorher an einem Tierfell reibt. Vom altgriechischen Wort für Bernstein – élektron – leitet sich auch das Wort Elektrizität ab.
In den darauffolgenden beiden Jahrtausenden geschah in dieser Sache vergleichsweise wenig. Aber im 18. Jahrhundert kam der Stein wieder ins Rollen, u. a. durch Benjamin Franklin und Alessandro Volta. Im 19. Jahrhundert nahm er Fahrt auf, etwa durch Thomas Edison, Nikola Tesla oder Werner von Siemens. Im 20. Jahrhundert war er nicht mehr aufzuhalten. Seit etwas mehr als hundert Jahren nutzt die Menschheit also elektrischen Strom ungefähr so, wie wir es heute tun.
Das ist gleichzeitig ein Teil des Problems. Denn der Energiebedarf steigt und der Anteil von Elektrizität am Energiemix ebenfalls. Anders als früher wird Strom heute nicht mehr in wenigen konzentrierten Kraftwerken erzeugt, sondern zunehmend dezentral – z. B. mit PV- oder Windkraftanlagen. Haushalte und Betriebe mit Solarpaneelen sind zudem gleichzeitig Verbraucher und Erzeuger.
Dazu kommen unvorhersehbare Verteilungen: Wenn der Wind kräftig weht oder die Sonne brennt, erzeugen wir Strom im Überfluss. Aber in einer windstillen Nacht? Die Infrastruktur muss Überproduktion genauso ausgleichen wie Flauten. Darauf sind die Netze nicht ausgelegt, die teils auf Prinzipien aus dem vergangenen Jahrtausend basieren.
Zum Glück sind die Technologien, um unsere Energieversorgung für die Zukunft auf stabile Beine zu stellen, vorhanden. Es braucht nur den Willen – und die gemeinsame Kraftanstrengung –, sie auch zu implementieren.n
Mehr über das Thema finden Sie in diesem Guide. Viel Freude damit wünscht Ihnen Ihr
Rudolf N. Felser,
Chefredakteur NEW BUSINESS Guides
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