Die deutsche Finanzmarktaufsicht Bafin hat beim Wiener Kryptobörsenanbieter Bitpanda mehrere schwerwiegende Mängel festgestellt, wie deutsche Medien sowie das österreichische Nachrichtenmagazin "profil" am Donnerstag unter Berufung auf interne Unterlagen nach einer Bafin-Sonderprüfung im Jahr 2023 berichteten. Die Mängel betrafen demnach die Bereiche Risikomanagement, IT und Outsourcing. Laut ARD sagte Bitpanda der Aufsicht zu, die Schwachstellen bis März 2025 zu beheben.
Den Medienberichten zufolge hatte die Behörde insgesamt 16 Mängel festgestellt. Fünf davon seien als "schwerwiegend", vier als "gewichtig", sechs als "mittelschwer" und eine als "geringfügig" eingestuft worden. Im Jänner 2025 wies die Bafin Bitpanda nochmals darauf hin, dass die deutsche Tochter über keine gesetzeskonforme Geschäftsorganisation verfüge, auch wenn zwei Drittel der Mängel behoben seien.
Bitpanda: "Turnusmäßige Sonderprüfung"
Bitpanda selbst erklärte in ihrem Geschäftsbericht 2024, inzwischen alle Anforderungen der Bafin zu erfüllen. "Im ersten Quartal 2025 hat die Bitpanda Asset Management GmbH die Mängelbehebung ihrer ersten planmäßigen Sonderprüfung (gemäß §44 KWG) abgeschlossen."
Zu den Medienberichten am Donnerstag erklärte Bitpanda, es habe sich um "eine turnusmäßige BaFin-Sonderprüfung" gehandelt, "wie sie im ersten Jahr nach Erhalt einer Konzession üblich ist". "Ebenso üblich ist es, dass im Rahmen solcher Prüfungen Feststellungen gemacht werden, die im Anschluss im Rahmen eines Maßnahmenplans implementiert werden. Dies wird von klaren Governance-Strukturen und -Prozessen, einschließlich interner Revision, Risiko- und Compliance-Funktionen, sichergestellt", hielt das Unternehmen fest.
Medien: Auch interne Revision stellte Mängel fest
Laut den Medienberichten stellte allerdings auch die interne Revisionsabteilung Schwächen fest. Demnach sei etwa die IT-Abteilung, der Kernbereich einer Kryptohandelsplattform, noch gar nicht so weit, um geprüft werden zu können.
Gegenüber der APA betonte Bitpanda, "eine der sichersten und am strengsten beaufsichtigten europäischen Plattformen für Krypto-Investments und digitalen Assets" zu sein. Die Bitpanda Asset Management GmbH, die Bitpanda GmbH und die Bitpanda Group AG würden zudem jährlich von der Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG geprüft und hätten stets einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erhalten.
Börsengang könnte bevorstehen
Bitpanda mit Zentrale in Wien und Steuersitz in der Schweiz ist eine der bekanntesten Krypto-Plattformen in Europa. Nach einem rapiden Wachstum seit der Gründung 2014 strebt das Unternehmen einen Börsengang in Frankfurt an. Medienberichten zufolge könnte Bitpanda dabei auf eine Bewertung zwischen vier und fünf Milliarden Euro kommen.
(APA)