Mega-Deal: Erste übernahm Santander Bank Polska © APA - Austria Presse Agentur
Die Zahl der Firmenfusionen und -übernahmen (Mergers & Acquisitions) mit österreichischer Beteiligung ist 2025 um 9,8 Prozent auf 221 gesunken. Das veröffentlichte Transaktionsvolumen sprang allerdings durch drei besonders große Deals auf 19,6 Mrd. Euro und damit auf den höchsten Stand seit 18 Jahren, wie das Beratungsunternehmen EY am Dienstag in seinem M&A-Index berichtete.
Der Wertanstieg ging laut EY fast zur Gänze auf drei Mega-Deals zurück, die gemeinsam rund 90 Prozent des Jahresvolumens ausmachten. "Der Markt ist selektiv, aber nicht schwach", sagte Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin Strategy and Transactions bei EY Österreich. "Unternehmen investieren gezielt dort, wo strategische Transformation, Skalierung oder internationale Positionierung möglich sind - selbst in einem anspruchsvollen Umfeld."
Strategische Käufer dominierten 2025 erneut: 201 Transaktionen bzw. rund 90 Prozent aller Deals entfielen auf strategische Investoren. Finanzinvestoren (Private Equity und Venture Capital) kamen auf 20 Deals und verloren gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung.
Zu 90 Prozent kauften Österreicher im Ausland
Outbound-Transaktionen prägten den Transaktionswert: Von 19,6 Mrd. Euro entfielen 90,3 Prozent auf Übernahmen österreichischer Käufer im Ausland, 9,4 Prozent auf Inbound-Deals und 0,3 Prozent auf innerösterreichische Transaktionen. Die drei größten Transaktionen waren Outbound-Deals: die Einbringung von Nova Chemicals durch Borealis und Borouge in Kanada (8,9 Mrd. Euro), der Erwerb von 49 Prozent der Santander Bank Polen durch die Erste Group (7,0 Mrd. Euro) sowie die Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG durch die Vienna Insurance Group (1,4 Mrd. Euro). Auf der Inbound-Seite zählte EY unter den größten Deals die Übernahmen von Frauscher Sensortechnik durch Wabtec (675 Mio. Euro) und von TTTech Auto durch NXP (603 Mio. Euro) auf.
Nach Branchen führte die klassische Industrie mit 66 Transaktionen nach Anzahl. Beim Volumen lagen Life Sciences & Chemicals (8,9 Mrd. Euro) und Financial Services (8,4 Mrd. Euro) vorne.
Für 2026 erwartet EY eine weiter herausfordernde Lage und verweist auf geopolitische Spannungen, geringe Wachstumsdynamik sowie hohe Finanzierungskosten. Zugleich dürften große, strategische Transaktionen ein zentrales Instrument bleiben, meint Robert Hufnagel, Partner und Leiter M&A Advisory bei EY Österreich. "Auch wenn die Anzahl der Deals niedrig bleibt, erwarten wir weiterhin gezielte, strategisch motivierte Transaktionen - in Österreich ebenso wie weltweit."