Parken und Laden im Schatten schont die Batterie © APA - Austria Presse Agentur

Während Menschen und Tiere in Österreich unter der Hitzewelle ächzen, laufen E-Autos zur Hochform auf. "Hohe Temperaturen sind für E-Autos grundsätzlich kein Problem. Im Gegenteil: Bei etwa 30 Grad erreichen Batterien oft ihre optimale Leistungsfähigkeit", schreibt Andreas Reinhardt, Vorsitzender des Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ), auf APA-Anfrage. Bei noch höheren Temperaturen muss die Batterie allerdings gekühlt werden, was dann auch Reichweite kosten kann.

Am effizientesten arbeitet die Batterie zwischen etwa 20 und 35 Grad Celsius, schrieb Helmut-Klaus Schimany, Vorsitzender des Bundesverband eMobility-Austria, auf APA-Anfrage. Neben der Batterie-Kühlung braucht auch die Klimaanlage im Inneren des Autos je nach Außentemperatur etwa 1 bis 3 Kilowatt (kW) Leistung. "Im Mittel kann man sagen, dass Außentemperaturen von 30-35 Grad die Reichweite um 3 bis 8 Prozent reduzieren", so der Verbandsvorsitzende.

Reichweite im Sommer auch bei Hitze besser als im Winter

Von Vorteil sei allerdings, dass der Akku bei sommerlichen Temperaturen keine Energie braucht, um auf das ideale Temperaturfenster aufzuheizen, weshalb die Reichweite im Sommer in der Regel deutlich höher sei als im Winter, so Schimany.

Erreicht der Akku beim Laden Temperaturen von mehr als 40 bis 45 Grad, reduziert das Batteriemanagement automatisch die Ladeleistung, das Thermalmanagement schaltet sich ein, die Batterie wird gekühlt und dadurch geschützt. Auch Schnellladestationen sind mit Kühlsystemen ausgestattet. "Bei extremer Hitze können einzelne Ladepunkte ihre maximale Leistung leicht reduzieren, um Leistungselektronik und Kabel vor Überhitzung zu schützen. Das kommt vor, ist aber eher die Ausnahme", so Schimany.

Bei Hitze möglichst schonend laden

In Einzelfällen könne sich die Ladegeschwindigkeit bei hohen Außentemperaturen etwas reduzieren, schrieb auch der BEÖ. "Wir empfehlen, möglichst schonend zu laden, idealerweise zwischen 20 und 80 Prozent. Schnellladen in direkter Sonne sollte vermieden werden, besser sind schattige Standorte oder kühlere Tageszeiten", so der Verbandsvorsitzende Reinhardt.

Viele moderne E-Autos seien außerdem mit einer Funktion ausgestattet, die die Batterie bereits bei der Anfahrt auf die Ladestation in das ideale Temperaturfenster bringt, sobald diese als Ziel im Navigationssystem des Autos eingegeben wird, heißt es von beiden Verbänden.

Bei E-Bikes fehlt die Kühlung

Etwas anders verhält es sich bei E-Bikes, denn hier fehlt das ausgeklügelte Thermalmanagement. Hohe Temperaturen können daher dazu führen, dass die Batterie schneller altert, wodurch Leistung und Lebensdauer beeinträchtigt werden können, berichtete kürzlich etwa der Bayerische Rundfunk. Auch hier empfiehlt sich, E-Bikes im Schatten zu parken. Stark aufgeheizte Akkus sollten vor dem Laden auskühlen. Sichtbar beschädigte Akkus, etwa mit Rissen, austretender Flüssigkeit oder einem aufgeblähten Gehäuse, sollte man nicht mehr in Betrieb nehmen.