Stärkste Preisdämpfung bei großen Tankstellen-Ketten © APA - Austria Presse Agentur
Die E-Control zieht eine positive Zwischenbilanz über die erste Woche nach dem Start der "Spritpreisbremse". Laut Chef-Volkswirt Johannes Mayer sind die Zapfsäulen-Preise für Diesel im Gesamtschnitt um 10,5 Cent und für Superbenzin um 18 Cent gesunken. Damit habe die Verordnung wesentliche Ziele erreicht und vor allem das befürchtete Phänomen extrem schneller Preissprünge beendet.
Das neue System funktioniert laut Mayer nach einer anfänglichen Margenreduktion wie ein "Tagesfloater", bei dem Tankstellenpreise künftig nur noch den Notierungen am Großhandelsmarkt folgen dürfen. Das vielkritisierte Phänomen von raketenhaft steigenden, aber nur federleicht sinkenden Preisen ("rockets and feathers") an den Zapfsäulen sei damit de facto ausgeschlossen. "Das ist ein bisschen so wie eine Section Control auf der Autobahn", erklärte Mayer das Konzept. Es gebe dabei keine Geschwindigkeitsübertretungen mehr, kontrolliert werde die Einhaltung durch die Regulierungsbehörde über Durchschnittsbetrachtungen.
Stärkste Rückgänge bei großen Tankstellen-Ketten
In der Analyse zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede je nach Tankstellentyp. Bei den großen Marken- und Kettentankstellen (Gruppe 1), die der Verordnung voll unterliegen, verzeichnete die E-Control die stärksten Rückgänge: Hier sank Diesel im Median um 18 Cent und Super um 21 Cent. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) betonte dazu, dass die Dieselpreise an den günstigsten Tankstellen in sechs von neun Bundesländern mittlerweile unter zwei Euro gesunken seien. "Wenn die Preise an den Börsen sinken, dann muss das auch bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommen", sagte Hattmannsdorfer in einer Stellungnahme. "Genau das ist unser Anspruch und genau das sehen wir heute auch", so der Minister.
Die rund 1.300 kleinsten Tankstellen im Land (Gruppe 3), die von der Preisbremse ausgenommen sind, reduzierten ihre Preise hingegen nur minimal um 3 Cent bei Diesel und 10 Cent bei Super. Laut Mayer hat diese Gruppe ihren traditionellen Preisvorteil gegenüber Markentankstellen mittlerweile weitgehend eingebüßt, was wettbewerblich weiter zu beobachten sei. Insgesamt hat sich die Lage für heimische Autofahrer im internationalen Vergleich deutlich verbessert: Während Diesel in Österreich vor der Maßnahme noch um fünf Cent teurer war als im unregulierten Markt in Deutschland, ist er nun um fünf Cent billiger. Bei Superbenzin vergrößerte sich der rot-weiß-rote Preisvorteil gegenüber dem Nachbarland auf 15,5 Cent.
Ob die bis Ende April befristete Spritpreisbremse angesichts dieser ersten Auswertungen noch einmal verlängert wird, ließ Mayer offen. Die formale Basis für eine Verlängerung in den Mai hinein könnte aufgrund der Preisniveaus in den Vormonaten zwar gegeben sein, inhaltlich wollte sich die E-Control dazu aber nicht festlegen. "Das ist eine politische Entscheidung, nicht meine. Also, ich kontrolliere nur", betonte Mayer. Würde die Verordnung ersatzlos auslaufen, würden die Mineralölunternehmen wohl wieder in ihre alten Kalkulationsstrukturen aus dem März zurückkehren.