Beide Minister haben "Agenturen Leitbild 2030" präsentiert © APA - Austria Presse Agentur

Die Förderagenturen des Bundes sollen stärker auf das Erreichen der in der "Industriestrategie 2035" definierten Ziele ausgerichtet werden. Dazu gehört unter anderem ein Fokus auf die darin festgelegten Schlüsseltechnologien. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ) haben am Dienstag das dazu passende "Agenturen Leitbild 2030" präsentiert.

Betroffen sind die zwei gemeinsamen Förderagenturen "Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft" (aws) und die "Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft" (FFG), sowie im Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsministers die Standortagentur "Austrian Business Agency" (ABA) und die "Christian Doppler Forschungsgesellschaft" (CDG).

Konkret sieht das Leitbild vor, dass bei den Förderungen durch diese Agenturen verstärkt ein Fokus auf jene neun Schlüsseltechnologien gelegt wird, die in der im Jänner präsentierten Industriestrategie auserwählt wurden. Zudem sollen geförderte Unternehmen stärker zu einem "Made in Europe"-Ansatz verpflichtet werden.

Einfache Förderbeantragung

Weiters soll es ein "Single Point of Entry" geben: Bisher mussten Unternehmen in den verschiedenen Phasen von Forschung und Entwicklung bis hin zur Marktreife von Produkten zwischen den verschiedenen Agenturen wechseln bzw. je nach Fall war eine andere Agentur zuständig. Das soll nun einfacher werden und die Unternehmen sollen über die Laufdauer eines Projektes eine Anlaufstelle haben. Auch die mehrfache Angabe der gleichen Informationen oder der gleichen Dokumente soll ein Ende haben. Hier ist ein "Once-only-Prinzip" im Leitbild vorgesehen.

Ziel des Ganzen sei es, die "Input-Output-Funktion" der Forschung in Österreich zu verbessern, so Hattmannsdorfer. Österreich müsse ein Hochtechnologieland sein, gute Ideen sollten nicht "im Labor bleiben" oder in Drittstaaten abwandern, sondern bestenfalls von österreichischen Unternehmen auf den Markt gebracht werden, so das übergeordnete Ziel.

Bei den neun genannten Schlüsseltechnologien handelt es sich um "Künstliche Intelligenz und Dateninnovation", "Chips und Elektronische Komponenten/Systeme", "Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik", "Quantentechnologie und Photonik", "Fortgeschrittene Werkstoffe (Advanced Materials)", "Life Sciences & Biotech", "Energie- und Umwelttechnologien", "Mobilitätstechnologien" sowie "Weltraum- und Luftfahrttechnologien".

Gewerkschaft: Fördergelder gegen Standortgarantien

Kritik übte FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm. Die Regierung liefere nur Überschriften, während bei den Betrieben "längst Feuer am Industriedach" sei. Wirtschaftsvertreter begrüßten das Leitbild hingegen. Für Wirtschaftskammer-Generalsekretär Jochen Danninger kommt es nun auf "eine rasche und unbürokratische Umsetzung" an. Ähnlich sah es Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung. Der "eingeschlagene Weg" stärke den Standort Österreich.

Seitens des Gewerkschaftsbundes ÖGB fordert Geschäftsführerin Helene Schuberth, Fördergelder an "Standortgarantien, die Sicherung und den Ausbau von Arbeitsplätzen, Qualifizierung sowie die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards" zu knüpfen.