Die Hitzewelle treibt derzeit auch den Strompreis in die Höhe - vor allem am Abend. Wer viertelstündlich schwankende Tarife nutzt, ist gut beraten, zwischen 19:30 und 22 Uhr sparsam zu sein. Da kostet etwa am heutigen Mittwoch die Kilowattstunde über 40 Cent, in der Spitzenviertelstunde sogar 85 Cent, zeigt die aktuelle Aufstellung auf der Seite Stromrechner.at. An der Strombörse EXAA lagen die Preise für den heutigen Mittwochabend in den Abendstunden bei 60 Cent je KWh.
Die FPÖ kritisierte in einer Aussendung, dass am Mittwoch der dritte Rekord in Folge beim Strompreis erreicht werde. Die Preisspitzen zeigten sich ausgerechnet bei den dynamischen Preisen am Spotmarkt, "die die Bundesregierung noch vor wenigen Monaten als angebliches Billigstrommodell verkauft hat", schreiben Manfred Haimbuchner, stellvertretender Landesparteiobmann der FPÖ-Oberösterreich und Paul Hammerl, stellvertretender Energiesprecher der FPÖ, in einer gemeinsamen Aussendung. Diese Preise würden nun zur Kostenfalle. Aus Sicht der FPÖ ist diese Preisentwicklung ein weiteres Argument, die CO2-Abgabe abzuschaffen. "Die politische Blockade beim Ausbau der Wasserkraft muss beendet werden, moderne Gaskraftwerke müssen rasch in den Markt gebracht werden und die Bundesregierung muss auf EU-Ebene endlich die Abschaffung der preistreibenden CO2-Kosten einfordern", fordert Haimbuchner.
"Die FPÖ beklagt heute Preisspitzen, hat aber genau jene Reformen nicht unterstützt, die solche Preisspitzen künftig abfedern sollen", konterte Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP). Sie sprach sich für mehr Transparenz bei der Preisgestaltung aus. "Günstiger Strom aus Sonne, Wind und Wasser muss stärker bei Haushalten und Betrieben ankommen", ergänzte Zehetner.
Sommerliche Wetterbedingungen treiben die Preise
Die hohen abendlichen Strompreise seien "eine direkte Folge der sommerlichen Wetterbedingungen" und ein Symptom für "fehlende Flexibilität" im Stromnetz, erklärte das Hamburger Energieunternehmen 1Komma5Grad. Haushalte mit einem dynamischen Stromtarif und ohne intelligente Energiesteuerung sollten in dieser Zeit auf ihren Verbrauch achten.
Zwar gebe es untertags viel und billigen Strom aus Solaranlagen, gegen Abend sinke die Stromerzeugung durch Photovoltaik jedoch deutlich, während der Wind fast vollständig abflaue. Zugleich steige der Stromverbrauch wegen Klimaanlagen aufgrund der anhaltenden Hitze. Da das kurzfristige Hochfahren von Gaskraftwerken am Abend teuer sei und diese aufgrund des sogenannten Merit-Order-Prinzips preisbestimmend seien, stiegen die Preise dann "rasant" an.
(APA)