Trübere Aussichten trotz Milliardengewinns im Sommer © APA - Austria Presse Agentur
Das teure Kerosin zehrt trotz eines lukrativen Sommers noch stärker an den Gewinnplänen der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa. Während die Airline im dritten Quartal mehr verdiente als ein Jahr zuvor, dämpfte der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr seine Gewinnprognose für 2026 erneut. So soll das um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (EBIT) statt 1,7 bis 2,2 Milliarden nur noch 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro erreichen.
Bereits im August hatte Spohr sein Gewinnziel gekappt. Nun scheint ein Rückgang im Vergleich zu den knapp 2 Milliarden Euro von 2025 nahezu ausgemacht.
Treibstoffkosten, Nachfrage und Cargo-Geschäft entscheidend
"Wo wir innerhalb der Bandbreite landen, wird neben Treibstoffkosten und Nachfrage insbesondere von der Ergebnisentwicklung bei Lufthansa Cargo im vierten Quartal abhängen", sagte Finanzvorstand Till Streichert. Er zeigte sich "zuversichtlich, im Einklang mit der Kapitalmarkterwartung diese Bandbreite zu erreichen". Analysten hatten jedoch zuletzt im Schnitt einen bereinigten operativen Gewinn von lediglich gut 1,7 Milliarden Euro erwartet. Damit lagen sie bereits am unteren Ende der Zielspanne.
Grund der Prognosesenkung sind vor allem die extrem gestiegenen Kerosinpreise. Im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September gab die Lufthansa über eine halbe Milliarde Euro mehr für Treibstoff aus als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet Spohr jetzt mit Kerosinkosten von 9,3 Milliarden Euro - um 2 Milliarden mehr als im Vorjahr und um 600 Millionen mehr als noch Anfang August angekündigt.
Milliardengewinn im Sommerquartal
Dennoch verdiente die Lufthansa im Sommer mehr als gedacht. Weil der Konzern die Ticketpreise merklich erhöht hatte und das Geschäft mit Wartung und Fracht brummte, standen unter dem Strich mit knapp 1,3 Milliarden Euro Gewinn um 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu trugen auch Sondereffekte bei.
Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro und lag damit so hoch wie noch in keinem Quartal der Konzerngeschichte. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) wuchs um 6 Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.