Die wirtschaftliche Schwäche hat in der heimischen Industrie eine ordentliche Delle hinterlassen. Im dritten Quartal 2025 sanken die Umsätze des produzierenden Bereichs um 0,6 Prozent auf 94,9 Mrd. Euro, es war das zehnte Quartal in Folge mit einem Rückgang. Innerhalb eines Jahres seien in der Industrie rund 20.900 Arbeitsplätze verloren gegangen, zeigt das Industriebarometer des Beraters EY. Besonders stark betroffen war die Automobilindustrie. Aber es gibt Hoffnung.
In der Autoindustrie sank die Zahl der Beschäftigten im dritten Quartal 2025 im Jahresvergleich um gut 8 Prozent, die Umsätze brachen um 7 Prozent ein und die Exporterlöse verringerten sich um 8 Prozent. Auch die Papier- und Pappeindustrie sowie die Textil- und Bekleidungsindustrie standen stark unter Druck. Sie alle kämpften mit Nachfrageschwäche, hohen Kosten und strukturellem Anpassungsbedarf.
Wachstumstreiber waren hingegen die Chemie- und Pharmaindustrie mit Umsatzzuwächsen von 13 Prozent, die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (+9 Prozent) sowie der Maschinenbau (+3 Prozent), die von der Nachfrage nach nachhaltigen Materialien, Digitalisierung und Energieeffizienzlösungen profitierten, so EY.
Zeichen deuten aber Richtung Besserung
"Die österreichische Industrie befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich die Dynamik der Rückgänge zuletzt abgeschwächt hat - ein erstes Signal für eine mögliche Stabilisierung, wenn auch auf niedrigem Niveau", sagte Axel Preiss, Sector Leader Industrials bei EY Österreich. Auch der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Gabriel Felbermayr, hatte zuletzt einen leichten Aufschwung in der Industrie geortet.
USA-Geschäft massiv eingebrochen
Sorge bereitet der Außenhandel. Die Exporte waren im dritten Quartal 2025 erneut rückläufig (-1,7 Prozent). Haupttreiber des Exportrückgangs war der Einbruch der Ausfuhren in die USA, die um mehr als ein Viertel bzw. 1,6 Mrd. Euro sanken. Auch die Exporte nach China (-11 Prozent) verringerten sich deutlich. Jene nach Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner Österreichs, gingen um 4 Prozent zurück. Positiv entwickelten sich hingegen die Ausfuhren nach Großbritannien und in die Schweiz (jeweils +21 Prozent) sowie nach Italien.
(APA)