Batteriespeicher können das Stromnetz entlasten © APA - Austria Presse Agentur

Das Linzer Start-up-Unternehmen Powerlink hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren mit der Planung, dem Bau und dem Betrieb von Energiespeicherlösungen etabliert. Aktuell habe man Projekte mit einer Leistung von rund 300 MW und einer Kapazität von etwa 700 MWh umgesetzt bzw. in Bau. Das entspreche einem Investment von mehr als 150 Mio. Euro, hieß es in einer Pressekonferenz am Montag in Linz.

Die Eigentümer der Powerlink H2 GmbH sind mehrere Unternehmen (MTA Holding GmbH, KE KELIT, Peter Halatschek Holding GmbH, LSG Building Solutions GmbH, Pfeil GmbH) sowie der ehemalige Energie-AG-Chef Werner Steinecker und zu einem kleinen Teil die WMFB Beratungs- und Beteiligungs GmbH mit Ex-Kanzler Werner Faymann an Bord. "Wir entwickeln Projekte, finanzieren sie und betreiben sie", erklärte Steinecker das Geschäftsmodell des vor eineinhalb Jahren gegründeten Unternehmens. Es geht um saubere Energie, vor allem um Großbatteriespeicher und Wasserstoffanlagen.

Projekt im dreistelligen MW-Bereich in der Pipeline

Zu den realisierten oder in Bau befindlichen Vorzeigeprojekten zählen etwa ein 7-MW-Sonnenkraftwerk für Ansfelden, das entlang der Kremstal Straße entsteht und 1.800 Haushalte versorgen können soll, oder eine Batteriespeicheranlage für die Schachinger Logistik in Hörsching (beides Bezirk Linz-Land), die eine Gesamtkapazität von 60 MWh und eine Anschlussleistung von 30 MW aufweist. Schachinger lädt mit dem Strom seine gesamte E-Lkw-Flotte. Das Projekt wurde gerade mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit der Fachhochschule Oberösterreich und dem Forschungsinstitut K1-MET arbeitet Powerlink daran, Wärmeenergie direkt für die Wasserstoffproduktion nutzbar zu machen. Dafür wurde in Schwanenstadt (Bezirk Vöcklabruck) eine Demonstrationsanlage errichtet.

In der Pipeline seien derzeit rund 40 Projekte in 7 Staaten, darunter etliche Speicher mit rund 20 MW sowie ein Vorhaben, das sich im dreistelligen Megawatt-Bereich bewegen werde. Darüber dürfe man noch nichts verraten, so Steinecker, nur soviel: Das Mega-Projekt sei "mehr oder weniger" in Österreich verortet und es gehe weder um Industrie noch um ein Rechenzentrum, sondern um den Regel-Energiemarkt.

Österreichischer Markt schwieriger als in Deutschland

Zum Umsatz will Powerlink vorerst nichts sagen. Die Zahl habe "noch keine Relevanz, weil die großen Speicher erst jetzt zu laufen beginnen", so Miteigentümer Manuel Pfeil. Bisher zähle man 20 Mitarbeitende, wobei man sich auf die "starke Eigentümerstruktur" stütze und vieles auslagere. Der Wirtschaftscompass weist für 2025 einen Bilanzgewinn von gut 3.000 und eine Bilanzsumme von 1,32 Mio. Euro aus.

Im Speicherbereich zähle Geschwindigkeit, sagte Steinecker, und Powerlink könne "dank der umfassenden Expertise der Unternehmensgründer sowie der Kapitalstruktur der Eigentümer rascher und effizienter als die Mitbewerber agieren und Projekte in Rekordzeit seriös auf den Boden bringen". Dennoch sei es in Österreich schwieriger, Energiespeicher in den Markt zu bringen als etwa in Deutschland, wo netzdienlichen Speichern 50 Prozent der Netzkosten nachgelassen werden. Das habe man beim Erneuerbaren-Ausbaugesetz in Österreich leider verabsäumt, kritisiert der ehemalige Energie-AG-CEO.