Tirolerin Martha Schultz bleibt WKÖ-Präsidentin © APA - Austria Presse Agentur
Die nach dem Rückzug von Harald Mahrer vorerst als Übergangschefin installierte Martha Schultz bleibt nun für die gesamte restliche Periode Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das teilte der ÖVP-Wirtschaftsbund am Dienstagabend auf Social Media mit und wurde von einem WKÖ-Sprecher gegenüber der APA bestätigt. Auch mehrere Zeitungen berichteten zudem über ein entsprechendes Schreiben von Schultz an die Funktionärinnen und Mitarbeiter der WKÖ.
Der Wirtschaftsbund hat die entsprechende Mehrheit in der Unternehmerkammer, um den Chefinnensessel zu besetzen. Die laufende Periode geht bis ins Jahr 2030. "Heute (Dienstag, Anm.) haben sich alle Wirtschaftsbund-Obleute bei einem informellen Treffen auf Martha Schultz als neue Wirtschaftskammerpräsidentin für die gesamte Periode geeinigt", schrieb die ÖVP-Teilorganisation im Internet. "Morgen (Mittwoch, Anm.) tagt das Wirtschaftsbund-Präsidium und am Nachmittag findet die Angelobung durch Bundesminister (Wolfgang, Anm.) Hattmannsdorfer statt." Das soll dem Vernehmen nach in der Zentrale der Wirtschaftskammer in Wien-Wieden geschehen, ist ein Formalakt.
Dort hatte Schultz-Vorgänger Mahrer nach großem Druck, der auch aus den eigenen Reihen gekommen war, im Spätherbst den Hut nehmen müssen. Er war etwa über eigene Mehrfachfunktionen und eine schlussendlich nicht umgesetzte und laut Beobachtern schlecht kommunizierte zu hoch angesetzte Gehaltserhöhung für Mitarbeiter gestolpert. Allzu hoch angesetzte - und wieder abgesetzte - Entgelte für die meisten Länderkammerchefinnen und -chefs waren dazugekommen.
Schultz sieht in Präsidentinnenschaft gesellschaftspolitisches Signal
Schultz wendete am Dienstag einmal mehr via Brief an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kammer. Das hatte sie auch schon getan, als sie noch interimistisch übernommen hatte. Nun schrieb sie - der Brief liegt der APA vor und auch mehrere Zeitungen bezogen sich in ihrer Berichterstattung auf diesen -, sie habe die Funktion "zunächst temporär als geschäftsführende Vizepräsidentin übernommen". "Die vielen positiven Rückmeldungen in den vergangenen Wochen und viele persönliche Gespräche auch im Haus haben mich bestärkt, jetzt den nächsten Schritt zu setzen und die Wirtschaftskammer Österreich als Präsidentin zu führen - als erste Präsidentin in der Geschichte der Wirtschaftskammer Österreich".
Darin sehe sie nicht nur ein "interessenspolitisches, sondern auch ein gesellschaftspolitisches Signal", so Schultz. Den Schritt hat sich die Tiroler Touristikerin laut ihren Worten wohl überlegt. Sie sei "fest davon überzeugt, dass wir die Herausforderungen, die vor uns liegen, gemeinsam gut bewältigen werden". Als Wirtschaftskammer wolle man sich gezielt weiterentwickeln.
Mahrer war auch ÖVP-Wirtschaftsbund-Chef
Mit dem Mahrer-Rückzug wurde auch der Chefsessel in der bedeutenden ÖVP-Teilorganisation Wirtschaftsbund vakant und von Schultz interimistisch eingenommen. Wie es hier genau weitergeht, ließ der Wirtschaftsbund am Dienstag noch offen.