Spritpreise seit Anfang Juli wieder gestiegen © APA - Austria Presse Agentur
Die Öl- und Gaspreise haben ihren Höhenflug nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz vorerst gestoppt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Öl-Nordseesorte Brent zur Lieferung im September ging nach Hinweisen auf eine mögliche Entspannung im Iran-Krieg von 91,42 US-Dollar wieder auf 88,18 Dollar zurück - nahezu auf das Niveau von Freitag. Auch der europäische Gaspreis beruhigte sich im Laufe des Vormittags.
In der Nacht auf Freitag war der Preis der globalen Öl-Referenzsorte erstmals seit Juni wieder über die Marke von 90 Dollar (78,71 Euro) geklettert. Meldungen über eine mögliche Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und dem Iran sorgten daraufhin offenbar für eine leichte Entspannung. Nach eigenen Angaben erhielt der Iran neue Vorschläge für neue Verhandlungen.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war Anfang Juli im Streit um die Kontrolle der Straße von Hormuz wieder eskaliert. Daraufhin zogen auch die Gaspreise wieder an. Das zeigte sich entsprechend auf den heimischen Zapfsäulen. Betrug der österreichweite Median für Diesel am 1. Juli noch 1,72 Euro je Liter, stand er am Sonntag (19. Juli) bei 1,919 Euro je Liter, wie aktuelle Daten der E-Control zeigen. Der Median für Superbenzin kletterte von 1,669 Euro auf 1,794 Euro je Liter.
Entspannung auch bei europäischem Gaspreis
Ähnlich Kursausschläge wie der Ölpreis verzeichnete der europäische Gaspreis in der Nacht auf Montag. Nachdem die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam im frühen Handel zunächst deutlich bis auf 60,66 Euro je Megawattstunde (MWh) gestiegen war und damit auf den höchsten Stand seit März, geriet sie im Vormittagshandel unter Verkaufsdruck. Zuletzt wurde europäisches Erdgas noch bei 58,25 Euro je MWh gehandelt und damit niedriger als am Freitagabend.
Seit Beginn des Monats hat sich der Erdgaspreis mittlerweile um etwa ein Drittel verteuert. Treiber ist die eskalierende Lage im Nahen Osten mit gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran. Dabei sind auch Energietransporte durch die Straße von Hormuz immer wieder das Ziel von Angriffen.
Aus frei zugänglichen Transitdaten im Internet geht hervor, dass der sichtbare Schiffsverkehr in der Straße von Hormuz am frühen Montag nahezu zum Erliegen gekommen ist. Die jüngsten Attacken auf Schiffe haben neue Bedenken hinsichtlich der Sicherheit geweckt, die diese Passage durchqueren. Allerdings gibt es auch Berichte über Tankschiffe, die ohne eingeschaltete Transponder die Meerenge passieren und dabei vom US-Militär unterstützt werden.