Gute Austro-Bilanz bei Patent-, Marken- und Designanmeldungen © APA - Austria Presse Agentur
Österreich nimmt im Innovationsranking der EU - dem "European Innovation Scoreboard" (EIS) - wie im Vorjahr den achten Platz ein, wie es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht heißt. Damit wird man weiter in der Gruppe der "Strong Innovators" eingereiht. Im Vergleich zu 2025 gab es einen leichten Rückgang im Gesamtwert der 32 Indikatoren zur Messung der Innovationskraft. Österreich liegt zwar klar über dem EU-Schnitt, aber auch klar hinter den "Innovation Leaders".
Diese illustre Gruppe bilden heuer Schweden, Dänemark und die Niederlande. Im Ranking folgen dann Finnland, Belgien, Irland und Luxemburg. Knapp hinter Österreich reiht der am Donnerstag veröffentlichte Bericht Deutschland, Frankreich und Estland ein. Die Gruppe der Länder mit der schwächsten Innovationsperformance - die "Emerging Innovators" - bilden heuer Kroatien, Polen, die Slowakei, Lettland, Bulgarien und Rumänien.
Trotz hoher Investitionen Schwierigkeiten beim Behaupten von Position
Blickt man über die EU-Grenzen hinweg auf Europa liegt die Schweiz auf dem ersten Platz. Der Logik des Scoreboards nach würden auch noch Südkorea, China, Kanada und die USA über dem EU-Durchschnitt zu liegen kommen. Während die EU-Länder gegenüber Kanada und den im internationalen Vergleich etwas zurückfallenden USA aufholen, falle man im Vergleich mit China, Südkorea und Australien eher zurück.
Österreich schafft den neuen Daten zufolge heuer 113 Prozent des Europa-Schnitts. Seit dem Jahr 2019 ging die Performance demnach zwar um 8,9 Prozentpunkte hinauf. Vergleicht man hingegen 2025 mit 2026, ergibt sich ein leichtes Minus (2,3 Prozentpunkte). Damit ist man nach einer längeren Zuwachsphase, was den ausgewiesenen Gesamtwert betrifft, mittlerweile in einer Stagnation bzw. etwas im Absteigen befindlich. Im vergangenen Jahr fiel Österreich im Scoreboard von Rang sechs auf Platz acht zurück. In der Gruppe der "Strong Innovators" ist man nun knapp unter den Durchschnitt gerutscht, wie dem Länderbericht zu entnehmen ist. Es scheine, dass "Österreich Schwierigkeiten hat, trotz hoher Investitionen in Forschung und Innovation seine Wettbewerbsposition zu behaupten".
Ministerien "erfreut" über Ergebnis in "schwierigem Umfeld"
Die Stärken und Schwächen der Staaten sind in den "Innovationsdimensionen" ausgewiesen: Besonders hohe Werte erzielt Österreich demnach bei der internationalen Vernetzung, bei der Attraktivität des Forschungssystems, in der Dimension "Intellektuelles Potenzial" oder im Bereich "Finanzierung und Unterstützung" - wobei die Zuwendungen seitens der öffentlichen Hand in Richtung Forschungs-, Technologie- und Innovationssektor (FTI) im Vergleich weiter "sehr hoch" lägen. Stark schneidet man u.a. auch bei den Patent-, Marken- und Designanmeldungen oder bei der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft ab.
Etwas unterdurchschnittlich performt das Land hingegen im Bereich "Digitalisierung", wobei besonders die Breitbanddurchdringung trotz großer Fortschritte immer unter dem EU-Schnitt liegt. Trotz vieler Diskussionen in den vergangenen Jahrzehnten gibt es weiter Schwächen bei der Finanzierung und Neugründung von Start-ups, wie der Bericht erneut hervorhebt. Der Rückgang des Engagements von kleineren oder mittleren Betrieben (KMUs) in Innovationsvorhaben sei "beunruhigend". Bei den Exporten liege man sowohl bei Mittel- und Hochtechnologie-Produkten als auch bei wissensintensiven Dienstleistungen etwas unter dem europäischen Durchschnitt.
Die drei mit den Forschungsagenden betrauten Ministerien - das Wissenschafts-, das Infrastruktur- und das Wirtschaftsministerium - sehen es in einer Reaktion als "erfreulich", dass die Vorjahresposition gehalten werden konnte, "während viele Wirtschaftsindikatoren für Österreich ein schwieriges Umfeld anzeigen". Es bleibe aber das Ziel, "in die 'FTI-Champions League' Europas aufzusteigen". Für den Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, darf "der Abstand zur europäischen Spitze" nicht "zum Dauerzustand" werden. Wer an die Spitze will, "darf nicht nur auf Ergebnisverwaltung spielen", heißt es in einer Aussendung. WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger sieht in dem Ranking einen "Beleg für die Innovationskraft unserer Unternehmen und Forschungseinrichtungen", warnt jedoch davor, sich auf dem Erfolg auszuruhen. Es brauche "verlässliche Rahmenbedingungen für F&E-Investitionen, einen stärkeren Fokus auf Qualifizierung und bessere Finanzierungsbedingungen für innovative Unternehmen", so Danninger.
(S E R V I C E - EIS 2026 online: https://go.apa.at/TN8wK910 )