Firmenchef: Apple hat die iPhone-Nachfrage unterschätzt © APA - Austria Presse Agentur
Vor dem erwarteten Start der nächsten iPhone-Generation hat der US-Techkonzern Apple mit Engpässen bei wichtigen Bauteilen zu kämpfen. Das Problem seien aktuell vor allem knappe Produktionskapazitäten bei kombinierten Chipsystemen, die das Herzstück von Apple-Geräten wie iPhones und Mac-Computern sind, sagte Konzernchef Tim Cook.
Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits hoher Absatzprognosen unterschätzt, gestand Cook, der im September nach 15 Jahren seinen Posten räumt und an den bisherigen Hardware-Boss John Ternus übergibt.
Chipkapazitäten wegen KI-Boom ausgebucht
In anderen Jahren wäre das kein allzu großes Problem gewesen - als Riesen-Kunde hat Apple viel Gewicht bei Zulieferern. Doch aktuell gebe es "weniger Flexibilität" als üblich, beklagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Deshalb gebe es gravierende Engpässe und nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Gegensteuern. Die Chipkapazitäten sind ausgebucht, weil wegen des boomenden Geschäfts mit Künstlicher Intelligenz gerade viele Halbleiter für den beschleunigten Ausbau von Rechenzentren bestellt werden.
Dabei ist jetzt die Zeit, in der Apple traditionell die Produktion neuer iPhone-Modelle rechtzeitig zur Markteinführung im Herbst hochfährt. Wie immer äußerte sich der Konzern nicht dazu, ob neue Modelle des Telefons auch diesmal wieder im September vorgestellt werden. Branchenkenner gehen aber fest davon aus. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll heuer auch das erste aufklappbare iPhone-Modell auf den Markt kommen.
Preisanstieg bei Speicherchips
Wie auch anderen Computer-Anbietern macht Apple der drastische Preisanstieg bei Speicherchips zu schaffen. Unter Verweis auf die Kostenexplosion erhöhte der Konzern vor wenigen Wochen die Preise für mehrere Gerätekategorien. Die iPhones blieben davon ausgenommen. Cook verwies nun darauf, dass der DRAM-Speichermarkt nur drei große Anbieter habe. "Es wäre gut, wenn es mehr Lieferanten gäbe", sagte er. In der Branche wird das als Aufruf gedeutet, Apple und anderen US-Firmen den Kauf chinesischer Speicherchips zu erlauben. Dagegen gibt es aufgrund des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking Widerstände in der US-Regierung.