Hattmannsdorfer verwies auf Industriestrategie der Regierung © APA - Austria Presse Agentur

Das aktuelle "Digital Skills Barometer" der überparteilichen Initiative fit4internet zeigt, dass digitale Technologien im Arbeitsalltag zunehmend breit genutzt werden. "Die Technologie verbreitet sich in Windeseile, aber deutlich schneller als die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch zunimmt", fasste Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) am Dienstag bei einer Pressekonferenz ein Ergebnis der Erhebung zusammen.

Der Einsatz der digitalen Technologien in Unternehmen wird laut Barometer als hoch relevant eingeschätzt. Gleichzeitig zeige sich aber auch ein deutlicher Unterschied zwischen Selbstbild und tatsächlicher Kompetenz. Die Befragten bewerten ihre digitalen Fähigkeiten im Durchschnitt mit 63 von 100 Punkten, erreichen im objektiven Wissenstest aber nur 35 Zähler. Daher benötigen laut fit4internet 60 Prozent der Befragten laufend Unterstützung im digitalen Alltag. Wir schätzen "unsere digitalen Fähigkeiten deutlich höher ein, als sie tatsächlich auch sind", so Hattmannsdorfer. Digitale Kompetenz sei eine Frage der Bildungspolitik, sie soll aber auch ein Bestandteil moderner Standort-, Industrie- und Arbeitsmarktpolitik sein. Dabei verwies er auf die Industriestrategie der Regierung.

Ohne Basiswissen werde eine KI-Transformation bzw. -Integration in betriebliche Abläufe nicht funktionieren, sagte Patricia Neumann, Geschäftsführerin von Siemens Österreich. "Wir haben die Erkenntnis, dass die Bildung und Ausbildung - gerade wenn es um KI-Kompetenzen geht - in allen Altersstufen wichtig ist; vom Kindergarten bis zur Universität und bis dann zum Unternehmen."

Barometer analysiert auch Aspekte der digitalen Resilienz

Das Barometer analysierte erstmals systematisch auch Aspekte der digitalen Resilienz, darunter Lernbereitschaft, Umgang mit digitalen Veränderungen, Problemlösungs- und Anpassungsfähigkeit im technologischen Wandel. Etwa die Hälfte fühle sich im digitalen Alltag resilient, die andere habe hier noch großen Unterstützungsbedarf, hieß es von fit4internet.

Während nur 44 Prozent der befragten Erwerbstätigen in ihren Unternehmen klare Voraussetzungen für digitale Wettbewerbsfähigkeit wahrnehmen, zeigen 52,5 Prozent der Befragten eine chancenorientierte, lernbereite Haltung. Die Einstellung sei damit oft weiter als die organisatorische Umsetzung, hieß es weiter.

Für die repräsentative Online-Erhebung wurden 2.273 Personen, darunter 1.522 Erwerbstätige, von Juli bis Oktober 2025 befragt. Erhoben wurden sowohl die digitale Selbsteinschätzung, als auch das digitale Wissen und Grundlagenverständnis in den Bereichen Cloud, Cybersecurity, Data und KI.