MediaMarkt-Mutter: "Professioneller Austausch" mit Austro-Behörden © APA - Austria Presse Agentur

Nach dem im April zurückgezogenen Antrag im Rahmen des Investitionskontrollgesetzes hat der chinesische Tech-Riese JD.com nun einen neuen Prüfantrag zur Übernahme der deutschen MediaMarkt-Mutter Ceconomy beim Wirtschaftsministerium in Wien gestellt. Dies hieß es aus informierten Kreisen zur APA.

Das seit 2020 geltende Investitionskontrollgesetz regelt in Österreich die Übernahme von Unternehmen - in für Sicherheit oder öffentliche Ordnung relevanten Sektoren - durch Personen oder Gesellschaften aus Drittstaaten (Staaten außerhalb EU, EWR, Schweiz). "Wir befinden uns weiter in einem professionellen Austausch mit den zuständigen Behörden in Österreich, um mögliche Bedenken zu adressieren", sagte eine Ceconomy-Sprecherin zur APA.

MediaMarkt mit Abstand größte Elektrokette in Österreich

Die deutsche Elektrokette MediaMarkt ist mit Abstand der größte Händler von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten in Österreich. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 erzielte MediaMarkt mit 56 Standorten hierzulande einen Umsatz von rund 1,3 Mrd. Euro und beschäftigte rund 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Europäische Kommission kündigte Ende Mai an, die geplante Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler MediaMarktSaturn durch den chinesischen Online-Händler JD.com genauer zu prüfen. "Die vorläufige Untersuchung deutet darauf hin, dass JD.com möglicherweise ausländische Subventionen erhalten hat, die den EU-Binnenmarkt verzerren könnten", erklärte die Brüsseler Behörde im Mai.

Nach den investitionskontrollrechtlichen Freigaben für die MediaMarkt/Ceconomy-Übernahme durch JD.com in Frankreich und Italien erfolgte Ende Juni die Freigabe durch das deutsche Wirtschaftsministerium. "Entsprechend sehen wir eine positive Dynamik und auch in Österreich laufen konstruktive Gespräche", sagte die Ceconomy-Sprecherin. Da der Prozess in Österreich noch nicht abgeschlossen sei, könne man "keine weiteren Details dazu veröffentlichen".

Ceconomy hatte noch Ende März erklärt, es sei ungewiss, ob und wann die investitionskontrollrechtliche Freigabe in Österreich erteilt werde. "Die letzte Option ist ein Rückzug aus Österreich", sagte damals MediaMarkt-Manager Jan Niclas Brandt.