Langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Ausbau in Österreich © APA - Austria Presse Agentur
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich schreitet voran, für die Ausbauziele wäre aber deutlich mehr Tempo notwendig. Dabei sind große Windkraftprojekte geplant oder beauftragt, doch es fehlen die Genehmigungen. "Wir könnten die Stromerzeugung aus Windkraft, Stand heute, fast verdoppeln, in den nächsten drei bis vier Jahren", sagte Florian Maringer, Geschäftsführer der Interessensvertretung IG Windkraft am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.
Demnach befinden sich derzeit Projekte im Volumen von 3.400 Megawatt in verschiedenen Phasen der Genehmigung. Die insgesamt installierte Leistung liegt hierzulande aktuell bei 4.221 MW und deckt rund 16 Prozent des österreichischen Stromverbrauchs. "Wir könnten heute 3.400 Megawatt bauen. Das ist ungefähr das, was wir in den letzten 30 Jahren in Österreich gebaut haben", sagte der IG-Windkraft-Chef.
Langwierige Genehmigungsverfahren bremsen
Ein viel zitierter Kritikpunkt ist dabei die Dauer der Genehmigungsverfahren, denn: "Wir haben einfach zu wenig Leute in den Behörden". Betroffen seien aber auch die Gerichte. Außerdem fehle der politische Wille. "Es braucht politischen Rückenwind", sagte Maringer, "dass es verbindliche Flächenausweisungen gibt, verbindliche Ziele in allen Bundesländern, die die Verfahren beschleunigen würden". Sowohl das nationale Ausbauziel im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) von 17 Terawattstunden (TWh) als auch das an die EU im Nationalen Energie- und Klimaplan (NEKP) übermittelte Ziel von 19 TWh wären mit den aktuell geplanten Projekten erreichbar, so die IG Windkraft.
An der Finanzierung würde es jedenfalls nicht scheitern. Obwohl Österreich für den Windkraftausbau eines der teuersten Länder ist und das Risiko für Kapitalgeber damit höher als anderswo, seien Projekte hierzulande hochgradig mit Fremdkapital finanziert, so Maringer. Es gebe gute Kooperationen mit den großen Banken und auch mit der Europäischen Investitionsbank (EIB). Die große Herausforderung sei allerdings, "das politische Risiko abzubilden in der Finanzierung". Der IG-Windkraft-Chef kritisierte die österreichische Regierung, die im vergangenen Jahr regelmäßig "unabgestimmt mit erratischen Maßnahmen" herausgekommen sei und damit die Finanzierung für Projekte in Gefahr gebracht habe.
Im abgelaufenen Jahr 2025 seien in Österreich 48 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 285,30 MW ans Netz gegangen. Damit war der Zubau höher als im Jahr davor, an die Ausbauspitzen aus den Jahren 2021, 2022 und 2023 konnte man allerdings nicht anschließen. Insgesamt hat Österreich damit nun 1.447 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 4.221 MW. Für 2026 erwartet die Interessensvertretung einen Zubau von 44 Anlagen mit 251 MW.