110 Beschäftigte des Modehändlers sind von dem Aus betroffen © APA - Austria Presse Agentur
Der Wiener Modehändler Jones sperrt zu und gibt Ende Juni 30 eigene Filialen auf, 20 davon in Österreich. Vom Rückzug der Marke betroffen sind auch zehn franchisegeführte Shops und mehr als hundert Verkaufsstellen im Fachhandel sowie 110 Beschäftigte. Für 80 von ihnen soll es bereits Interesse im Handel geben. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren bereits zweimal Insolvenz angemeldet.
Die Zentrale in Wien Landstraße und der Online-Shop werden bis zum Sommer geschlossen, Franchise-Verträge aufgelöst, ein Kollektions-Abverkauf startet im April. Bis auf vier Standorte werden drei Modemarken sämtliche Geschäfte übernehmen und Jones als Mieter nachfolgen. Eine unter ihnen ist More & More, berichtet der "Standard". Die in türkischem Besitz befindliche Textilkette expandierte von München aus in 16 Länder. Nun sichert sich der Konzern drei bis vier Filialen in Österreich.
More & More und Liberty springen ein
Zumindest sieben Flächen soll Liberty Fashion übernehmen. Der deutsche Händler ist hierzulande bisher nur in Innsbruck vertreten. Als Nachfolger von Jones mache auch das Salzburger Modelabel Musterzimmer den Schritt nach Wien. Der Standort am Graben im Herzen Wiens, der Jones als Schaufenster diente, sucht auf dem freien Markt neue Betreiber.
"Angesichts der geänderten Konsumgewohnheiten und der kräftigen Kostensteigerungen ist es uns trotz intensiver Sparmaßnahmen nicht gelungen, eine tragfähige Lösung für die Zukunft von Jones zu erarbeiten", so Firmenchef Gabor Rose am Freitag in einer Aussendung. "Wir bräuchten jedes Jahr 10 bis 15 Prozent Umsatzplus, um die Kosten zu stemmen. Weder glauben wir an eine Umsatzsteigerung von 10 bis 15 Prozent, noch sind unsere Kundinnen bereit, 10 bis 15 Prozent mehr für die Ware zu zahlen", erläutert Rose dem "Kurier".
In der Textilbranche läuft seit längerem eine Marktbereinigung, zuletzt traf es das Traditionshaus Palmers. Der insolvente Wäschehändler schließt 36 Filialen, betroffen sind 117 Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer, teilte das Unternehmen vor einem Monat mit. Die laufende Finanzierung des operativen Betriebs sei "aktuell gesichert".