Neuerlicher Anstieg, aber Zeichen der Erholung © APA - Austria Presse Agentur
Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich im Februar nicht verbessert, der Anstieg der Arbeitslosenzahlen fiel aber etwas geringer als zuletzt aus. Ende des Monats waren 436.160 Personen arbeitslos oder befanden sich in Schulung, um 1,4 Prozent bzw. 6.220 Personen mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Montag in einer Aussendung mit. In mehreren Bundesländern sind die Zahlen bereits rückläufig, AMS-Chef Johannes Kopf ortet Signale der Entspannung.
"Obwohl die Zahl der beim AMS als arbeitslos oder in Schulung gemeldeten Personen (...) steigt, zeigen sich in manchen Bereichen bereits klare Anzeichen der prognostizierten Erholung: In Oberösterreich und Kärnten sinkt die Arbeitslosigkeit, zugleich nimmt der Zugang an offenen Stellen erfreulicherweise wieder zu", wurde Kopf in der Mitteilung zitiert. Im Jänner waren die Arbeitslosenzahlen im Jahresabstand noch um 2,4 Prozent gestiegen, im vergangenen Dezember um 2 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent.
Kleines Minus auch in Wien
Einen Rückgang gab es nicht nur in Oberösterreich (minus 0,8 Prozent) und in Kärnten (minus 0,7 Prozent), auch in Wien waren die Zahlen mit minus 0,1 Prozent rückläufig. Einen geringen Anstieg gab es in Salzburg (plus 1,5 Prozent), in Tirol (plus 2,7 Prozent), der Steiermark (plus 3,1 Prozent) und im Burgenland (plus 4,3 Prozent) fiel dieser etwas stärker aus. Die kräftigsten Zuwächse waren in Niederösterreich (plus 5,4 Prozent) und Vorarlberg (plus 5,7 Prozent) zu verzeichnen.
Zahlen in Hotellerie und Gastro sinken
Nach Branchen zeigt sich ein Rückgang in der Gastronomie und bei der Beherbergung (minus 0,5 Prozent), was auf eine positive Tourismussaison zurückzuführen ist, aber auch in der Industrie (plus 0,7 Prozent) und am Bau (plus 1 Prozent) fielen die Anstiege vergleichsweise niedrig aus. Im Handel stieg die Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent, im Gesundheits- und Sozialwesen um 11,3 Prozent.
Bei den sofort verfügbaren offenen Stellen wies das AMS ein Minus von 10,3 Prozent auf rund 72.000 aus. Allerdings gab es eine positive Entwicklung beim Zugang an neu ausgeschriebenen Stellen, der sich mit 4,1 Prozent auf 46.701 wieder erhöhte. Bei den sofort verfügbaren Lehrstellen gab es indes ein Minus, die Zahl verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 13,3 Prozent. Die Lehre hatte zuletzt wieder für Diskussionen gesorgt, Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Arbeiterkammer (AK) etwa beklagten eine größer werdende Lücke beim Angebot an Lehrstellen.
Ungewissheit durch Iran-Krieg
Für Ungewissheit sorgt der Krieg im Nahen Osten und dessen mögliche Auswirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt - entgegen der positiven Signale im Februar. Kopf: "Dieser Konflikt könnte, neben all dem menschlichen Leid, auch unsere wirtschaftliche Erholung spürbar belasten."
Reaktionen
Das SPÖ-geführte Arbeitsministerium erinnerte anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen an die von der Regierung angekündigte Fachkräftestrategie, die demnächst erarbeitet werden soll, verwies aber auch auf Initiativen des AMS zur Ausbildung von Fachkräften. Die FPÖ hingegen kritisierte die Regierungsarbeit und forderte mehr Einsatz für die Lehrlingsausbildung und eine Abkehr von "Einwanderung über die Rot-Weiß-Rot-Karte", die Grünen wünschten sich mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik im Doppelbudget 2027/2028.
Aus Sicht der Arbeiterkammer (AK) sind verbesserte Rahmenbedingungen für "künftige Fachkräfte" gefragt, allerdings begrüßte sie die geplante Fachkräftestrategie der Dreierkoalition, ähnlich wie der Gewerkschaftsbund (ÖGB), der sich einen Ansatz bei "guten Arbeitsbedingungen, Qualifizierung und echter Gleichstellung" erhofft. Die Industriellenvereinigung (IV) und die Wirtschaftskammer (WKÖ) wiederum pochten auf eine Senkung der Lohnnebenkosten.