V.li.: Larisa Stanescu, Leiterin des KI & Data Science Competence Center und Jonathan Mayer, Product Owner bei WienIT © WienIT
18 Monate KI Competence Center: "KI unterstützt Menschen bei ihrer Arbeit, ersetzt aber nicht die menschliche Verantwortung".
KI nutzen, um die Kernprozesse im Unternehmen effizienter zu gestalten. Mit diesem pragmatischen Zugang startete vor rund eineinhalb Jahren das bei WienIT angesiedelte "Competence Center Künstliche Intelligenz" (CC KI) der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Erfolgreich umgesetzte Use Cases, wie der Einsatz von KI im Wissensmanagement, zeigen, wie Unternehmen die neuen Technologien nutzen, um die Effizienz zu steigern.
Neben dem Aufbau einer eigenen zentralen KI-Plattform, die allen Mitarbeiter:innen der Gruppe einen einfachen, sicheren und vor allem vertrauenswürdigen Zugang zu KI-Technologien ermöglicht, haben sich nach dem Start des konzernweiten Competence Center KI innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe schnell Use Cases ergeben, die von den Mitarbeiter:innen vorgeschlagen wurden.
Wissensmanagement war von Anfang an ein zentrales Anliegen
Jonathan Mayer, Product Owner bei WienIT: "Das Thema Wissensmanagement war von Anfang eines der zentralen Anliegen. Seit dem Start des Competence Centers vor knapp eineinhalb Jahren wurden mehr als 20 Projektvorschläge zu diesem Thema eingemeldet. In gewachsenen Systemlandschaften sind Informationen in vielen Dokumenten und Systemen abgelegt. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Suche nach der richtigen Information mitunter als schwierig und auch langwierig. KI, die verschiedene Datenquellen nutzt, kann hier eine effiziente Unterstützung bieten. Deshalb haben wir damit begonnen, ein eigenes KI-basiertes Wissensmanagement-Tool zu entwickeln."
Dabei war von Anfang an klar, dass dieses Tool die Sprache der Anwender:innen sprechen muss – also kein Code-Know-how erforderlich ist, um es zu verwenden – und, dass der Datenschutz oberste Priorität hat. "Die sichere Verarbeitung von unternehmenseigenen Daten ist für uns ein absolutes Muss, digitale Souveränität ist für WienIT ein strategisches Leitprinzip", sagt Jonathan Mayer. Ziel hinter dieser Strategie ist es, die Kontrolle über die Daten und deren Verarbeitung zu behalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Cloud- und KI-Technologien zu nutzen.
Einsatz in 20 Fachabteilungen – 500 Nutzer:innen
Die KI nutzt verschiedene im Konzern vorhandene Datenquellen, die Informationen beinhalten. Zentrales Element ist außerdem das Self-Service-Prinzip: Eine Person erstellt und pflegt die Wissensdatenbank für ihren Fachbereich. Dadurch wird sichergestellt, dass nicht nur eine Fülle an Wissen einfach verfügbar gehalten wird, sondern auch regelmäßig gepflegt wird. Zusätzlich wird damit verhindert, dass das immense Wissen von Team-Mitgliedern im Fall einer Pensionierung verloren geht. Bereits heuer wird das Wissensmanagement-Tool in insgesamt 20 Fachabteilungen genutzt, wobei ein weiterer Ausbau folgen soll.
"Die Einführung von KI ist nicht allein eine technologische, sondern vor allem eine organisatorische und kulturelle Aufgabe", sagt Larisa Stanescu, Leiterin des KI Competence Centers bei der WienIT. Deshalb erhält jede:r Nutzer:in ein strukturiertes Onboarding. Dabei werden die wichtigsten Regeln für den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit KI vermittelt. Aktuell nutzen 500 Mitarbeiter:innen die KI-Plattform aktiv, noch heuer soll die Zahl der User:innen verdoppelt werden.
Erfolgreiche KI-Projekte verbinden unterschiedliche Perspektiven
Stanescus Fazit aus 18 Monaten KI Competence Center: Erfolgreiche KI-Projekte entstehen dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen: Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz, Change-Management und viele weitere Stakeholder, die frühzeitig eingebunden werden. Die Abstimmung der unterschiedlichen Anforderungen benötigt oft mehr Zeit als die technische Umsetzung selbst. Der erfolgreiche Einsatz von KI-Anwendungen hängt wesentlich stärker von Akzeptanz, Vertrauen und nutzbaren Anwendungsfällen ab, als von der Leistungsfähigkeit einzelner Modelle. "KI unterstützt Menschen bei ihrer Arbeit, ersetzt aber nicht die menschliche Verantwortung", erklärt Stanescu. (red.)