In Wien hat Soravia unter anderem die Triiiple-Hochhäuser errichtet © APA - Austria Presse Agentur
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main in Deutschland hat laut dem "Standard" gegen Vertreter des Wiener Immobilienkonzerns Soravia Ermittlungen wegen des Verdachts auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug eingeleitet. Verdächtig sollen drei bis vier Manager und Berater im Umfeld der Soravia und ihres Deutschland-Geschäfts sein, schreibt die Zeitung am Mittwoch. Der konkrete Gegenstand der anwaltlichen Ermittlungen in der Causa sei jedoch nicht bekannt, hieß es weiter.
Soravia sammelt zur Finanzierung von Immobilienprojekten Geld von Kleinanlegern ein. In Deutschland wurden ab Ende 2023 viele dieser Gelder nicht wie vereinbart zurückgezahlt. Als Begründung nannte das Unternehmen Marktverwerfungen am Immobilienmarkt. Eine deutsche Finanz-Tochterfirma von Soravia, die das Anlegergeld verwaltete, ging 2024 insolvent. Ein Jahr später wurde diese Insolvenz jedoch wieder aufgehoben. Der Grund: Andere kleine Soravia-Tochterfirmen verzichteten auf ihre Forderungen gegenüber der insolventen Firma - und das ging zulasten der Kleinanleger. Am Ende bekamen die Anleger nur etwa fünf Prozent ihres investierten Geldes zurück.
Soravia erklärte gegenüber der Zeitung, es seien keine Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen Herrn Soravia oder Mitarbeitende der Soravia-Gruppe bekannt. Die Gruppe sei jedenfalls nicht betroffen, betonte das Unternehmen. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft selbst gab auf "Standard"-Anfrage keinerlei Details zu dem Verfahren preis: Es heißt lediglich, es würde "andauern".