Risikokapitalgeber haben sich bei Start-up-Finanzierungen hierzulande im Vorjahr stark zurückgehalten. Das Investmentvolumen halbierte sich im Jahresabstand von 579 Mio. auf 253 Mio. Euro. Österreich rutschte damit im Europa-Vergleich von Platz 15 auf 20 ab, geht aus einem Bericht des Beratungsunternehmens EY hervor.

"Jetzt müssen wir den nächsten Schritt gehen und gezielt größere Finanzierungsrunden in Österreich ermöglichen", so Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) in einer Stellungnahme. Dafür schaffe man einen sogenannten "Scale-up-Fonds", der bereits im ÖVP/SPÖ/NEOS-Regierungsprogramm verankert wurde. Der geplante Dachfonds wird bei der staatlichen Förderbank aws angesiedelt. Der Fonds soll sich an anderen Fonds beteiligen, die in Start-ups investieren.

Noch kein Startdatum für staatlichen "Scale-up-Fonds" in Österreich

Ziel sei es, privates Wachstumskapital für Startups, Spin-offs und Scale-ups zu mobilisieren und jungen Unternehmen den internationalen Durchbruch zu ermöglichen, sagte Zehetner. Damit der Dachfonds starten kann, muss noch eine Umsetzungsgesellschaft gegründet, das Fondsmanagement durch die aws ausgeschrieben und eine Investitionsstrategie erarbeitet werden. Ein konkretes Startdatum für den Fonds gibt es noch nicht.

Europäische Start-ups erhielten 2025 rund 62 Mrd. Euro Risikokapital. Das ist etwas mehr als im Vorjahr, aber weiterhin deutlich unter den Rekordjahren 2021 und 2022. Europaweit gab es bei den Finanzierungsrunden laut EY einen Rückgang von 16 Prozent auf rund 7.738. Viel Risikokapital floss im Vorjahr in Künstliche Intelligenz (KI), "Defence Tech" und "Climate Tech". Am meisten wurde in Großbritannien mit umgerechnet 19 Mrd. Euro investiert, gefolgt von Deutschland (8,4 Mrd. Euro) und Frankreich (7,4 Mrd. Euro). Die EY-Analyse bezieht sich auf Start-ups, die nicht älter als 10 Jahre sind. Seit dem Ende der Nullzinspolitik im Jahr 2022 ist es für Firmengründer und Jungfirmen deutlich schwieriger geworden, Risikokapital einzusammeln. Start-ups sind auf Investoren wie Wagniskapitalfonds, Konzerne oder vermögende Privatpersonen angewiesen, da sie anfangs keine Gewinne schreiben.

Guter Finanzierungsstart für Österreichs Start-ups 2026

Österreich ist in den ersten beiden Monaten 2026 bei Start-up-Finanzierungsvolumen im europäischen Vergleich wieder auf Platz 12 nach vorne gerückt. Hierzulande wurden im Jänner und Februar bereits rund 200 Mio. Euro Risikokapital eingeworben.

(APA)