Postchef Georg Pölzl fordert einen Abbau des "Bürokratie-Monsters" © APA - Austria Presse Agentur

Die Österreichische Post hat im ersten Quartal 2022 einen deutlichen Rückgang beim Umsatz und ein noch kräftigeres Minus beim Ergebnis eingefahren. Post-Chef Georg Pölzl sprach heute von einem "soliden Ergebnis", das zwischen den Jahren 2020 und 2021 liege. Neben der hohen Inflation in der Türkei, wo die Pakettochter Aras Kargo sitzt, und der allgemeinen Teuerung sei auch eine reduzierte Kauflust im E-Commerce und daher weniger Paketversand bemerkbar.

Am Ausblick für das Gesamtjahr mit einem vergleichbaren Umsatz und Ergebnis wie im Vorjahr hält das teilstaatliche börsennotierte Unternehmen fest. "Die durch Lockdowns verursachten positiven Sondereffekte des Vorjahres stellen hohe Vergleichswerte dar. Im zweiten Halbjahr 2022 wird eine Erholung angestrebt", so Pölzl am Freitag vor Journalisten. Einzelne Investitionen würden überprüft, um die Einhaltung aller Rentabilitätsziele zu gewährleisten.

Und der Briefversand wird teurer, Pölzl sprach hierbei von einer Inflationsanpassung. Beim "Eco-Brief" S steigt das Porto von 0,74 auf 0,81 Euro, beim Päckchen S von 2,55 auf 2,70 Euro und beim Päckchen M von 4,10 auf 4,25 Euro. Beim "Eco Business Brief" S von 0,70 auf 0,78 bzw. beim Brief M von 1,15 auf 1,28 Euro. Beim Päckchen S wird das Porto von 2,30 auf 2,68 Euro angehoben. Die Teuerungen gelten ab 1. Juli 2022. Im Europavergleich befinde sich die Post damit noch immer am unteren Ende des Preisbandes, betonte Pölzl.

Von dem Krieg in der Ukraine sei die Post indirekt betroffen, etwa über die hohen Spritpreise, ansonsten spielten die Ukraine und Russland im Post-Geschäft nur eine minimalste Rolle. Wenngleich sich auch die Post und ihre Mitarbeiter mit Hilfsprogrammen für die Ukraine engagieren. Bei den Energiekosten habe man bei Großkunden zum Teil eine Teuerungsklausel ohnehin schon eingebaut.

Ob Pölzl im Bezug auf die Teuerung Wünsche an die Politik hat? "Den Abbau des Bürokratie-Monsters", so Pölzl. In der Pandemie sei die Botschaft gewesen, der Staat kümmere sich um alles. Es sei nun an der Zeit, dies wieder zurück zu fahren. Zu den Überlegungen von Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) , die Gewinne von teilstaatlichen Energiekonzernen abzuschöpfen meinte Pölzl auf Nachfrage, dass dies "keine so gute Idee" sei.

Der Umsatz der Post AG gab im 1. Quartal 2022 im Jahresvergleich um 7,1 Prozent auf 601,4 Mio. Euro nach, das Betriebsergebnis (EBIT) gar um 33,7 Prozent auf 39,6 Mio. Euro. Besonders stark fiel das Erlösminus mit 12,5 Prozent im Bereich Paket & Logistik aus, wobei sich hier insbesondere die türkische Pakettochter Aras Kargo als Ballast herausstellte - ohne dem wichtigen Umsatzbringer habe der Rückgang 3,4 Prozent betragen.

Der Umsatz der Division Brief & Werbepost verringerte sich um 3,9 Prozent, wobei hier auch die starke Reduktion der Corona-Tests eine Rolle spielte. Die Division Filiale & Bank legte hingegen ein Umsatzplus von 49,3 Prozent hin, nicht zuletzt wegen eines Einmaleffektes durch die Übernahme des Privatkundengeschäftes von ING Österreich.

Pölzl verwies heute darauf, dass es trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gelungen sei, eine "stabile Bilanz mit einen sehr hohen Eigenkapitalquote" zu erwirtschaften. Die Post sei auch weiterhin ein "klarer, verlässlicher Dividendenpartner".