Höllerer kündigt weitere Schritte an © APA - Austria Presse Agentur

Der Chef der Raiffeisen Bank International (RBI), Michael Höllerer, hat bei der Gewinn-Messe in Wien am Donnerstag nach dem rechtskräftigen Versäumnisurteil gegen den von der EU sanktionierten russischen Strabag-Aktionär Rasperia Trading Limited von einem "sehr wichtigen Tag" und von einem "sehr wichtigen Schritt" gesprochen. Der RBI-Vorstand glaube auch daran, die zugesprochenen 3,15 Milliarden Euro zu erhalten. Höllerer kündigte dazu weitere Schritte an.

Die RBI werde als nächsten Schritt einen Antrag bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) als zuständige Sanktionsbehörde in Österreich stellen, um die Freigabe der Vermögenswerte zu erhalten und ihren Anspruch zu vollstrecken, so Höllerer. Zusätzlich habe die RBI ein entsprechendes Verfahren in Russland laufen, um eine Genehmigung zu erhalten, "diesen Betrag als Dividende anerkannt" zu bekommen, ergänzte er "unjuristisch". Es gelte jetzt alle Schritte zu setzen, "um auch hier die Verwertung vornehmen zu können".

Dass der Aktienkurs nicht auf die aktuelle Entwicklung reagiere, liegt aus Sicht Höllerers daran, dass dies von anderen Themen überlagert werde. Der RBI-Vorstand glaube daran, das Geld zu bekommen, sonst hätte man das Verfahren nicht angestrebt. Dabei verwies er auf hohe Gerichtsgebühren und weitere Kosten in diesem Zusammenhang. Man wolle aus Russland aussteigen, aber: "Über Jahre, Jahrzehnte war Russland ein absolut wichtiger Markt", so der RBI-Chef. Schaue man sich die ökonomische Entwicklung und die Handelspartnerschaft an, dann sei das "eine absolut richtige Entscheidung".

Arbeit an neuer Strategie

Aktuell arbeite man gerade an einer neuen Strategie, die beim Kapitalmarkttag im Februar 2027 vorgestellt werden soll. Bei zwei Transaktionen stehe man vor dem Abschluss - bei der rumänischen BBVA Garanti und bei der Addiko Bank. Die Ukraine bleibe ein Thema, sagte Höllerer. Die RBI sehe die Ukraine als Kernmarkt. Dort verschlechtere sich die Situation allerdings. Man bereite sich gerade vor, die Kollegen vor Ort zu unterstützen, um den kommenden Winter zu schaffen.